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Hochschulen
Situation
In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Hochschulabsolventen langsam, aber kontinuierlich gestiegen. Diese Entwicklung gilt es zu verstetigen. Mit der Umsetzung des Bologna-Prozesses wird an Fachhochschulen wie Universitäten aktuell auf Bachelor- und Masterstudiengänge umgestellt. Ob sich hierdurch eine Steigerung der Zahl der Hochschulabsolventen erreichen lässt, ist bisher noch offen.
Die finanzielle Ausstattung der Hochschulen stagniert trotz steigender Studentenzahlen. Schwerpunkt der Mittelverwendung sind vielerorts Forschung und Eliteförderung. Für die Wirtschaftskraft Bayerns werden nicht nur Exzellenzcluster, sondern auch das breite Mittelfeld der Studierenden dringend gebraucht. Seit 2007 werden an den bayerischen Hochschulen Studiengebühren verlangt.
Studierende und Wirtschaft erwarten mit Recht, dass die Verwendung dieser Mittel zu spürbaren Verbesserungen in der Hochschulorganisation führt.
Durch das bisher vergleichsweise hohe Niveau des bayerischen Abiturs sind unsere Abiturienten beim Zugang zu den Numerus- Clausus-Studienfächern benachteiligt. Mit der Umstellung auf das achtjährige Gymnasium und dadurch bedingte doppelte Abiturjahrgänge wird sich das verstärken.
Folgen
Nachdem derzeit mehrere Bundesländer auf das achtjährige Gymnasium umstellen, ist in den kommenden Jahren mit einer erheblich höheren Nachfrage nach Studienplätzen zu rechnen. Werden die Hochschulkapazitäten nicht sehr rasch massiv ausgebaut, droht den bayerischen Abiturienten ein erschwerter Hochschulzugang und der bayerischen Wirtschaft eine empfindliche Qualifikationslücke. Knappe Finanzmittel und die aktuelle Konzentration auf die Eliteförderung bergen zudem die Gefahr, dass für die Mehrheit der Studierenden nicht genug Mittel zur Verfügung stehen. Hohe Zulassungsbeschränkungen zu Masterstudiengängen gefährden die Weiterqualifizierung.
Zielsetzung
Das Qualifikationsniveau in Bayern kann für die Zukunft nur dann nachhaltig erhöht werden, wenn neben einer Steigerung der Studentenzahl auch die Durchlässigkeit zwischen beruflicher Bildung und Hochschulen ausgebaut und abgesichert wird. Für die Hochschulen gilt es, den Bereich der nebenberuflichen Qualifizierung zu verstärken. Dazu müssen die föderalistischen Strukturen durch bundesweit einheitliche Regelungen ersetzt werden.
Neben der Elite muss auch das breite Potenzial an bayerischen Hochschulen optimal gefördert werden. Neue Möglichkeiten sind durch Kombinationsmodelle beruflicher Bildung und Hochschule auszubauen und verstärkt berufsbegleitende Studienangebote zu schaffen. Erbrachte Bildungsleistungen müssen im beruflichen wie im Hochschulkontext anerkannt werden - im ersten Schritt auf nationaler und in der Folge auf europäischer Ebene.
Um eine Transparenz von Bildungsleistungen zu erreichen, müssen die mit dem Bologna-Prozess und der Diskussion um den europäischen und nationalen Qualifikationsrahmen verbundenen Reformbemühungen weiter gehen. Die Herausforderung besteht darin, Kompetenzen zu definieren, einheitliche Regelungen festzusetzen und in den nationalen Bildungssystemen konsequent und qualitativ hochwertig umzusetzen.
Hochschulen müssen unternehmerischer werden und neue Mittel für den Hochschulhaushalt verstärkt über Eigeninitiative und leistungsbezogene Mittelverteilung generieren. Mehr Autonomie an den Hochschulen ist eine Grundvoraussetzung für Wettbewerb und exzellente Leistung. Der neu geschaffene "dritte Bildungsweg", der beruflich Qualifizierten die Möglichkeit eines Studiums eröffnet, muss von den Hochschulen aktiv unterstützt werden. In Zusammenarbeit mit der Wirtschaft müssen passgenaue, berufsbegleitende Studienangebote für geeignete Absolventen beruflicher Aus- und Weiterbildung geschaffen werden.
(Foto: www.Foto-Fine-Art.de/Pixelio)











