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Kinderkrippen | Kindergärten
Situation
Nie lernen Kinder leichter und schneller als in den ersten Lebensjahren. Was hier versäumt wird, kann später kaum mehr nachgeholt werden. Der Volksmund bringt das auf den Punkt: "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr". Kinderkrippen und Kindergärten sind deshalb wichtige Frühfördereinrichtungen. Sie ergänzen die Erziehung im Elternhaus, helfen wirksam beim Ausgleich von Benachteiligungen, vermitteln soziale Fähigkeiten, wecken Selbstvertrauen und Begabungen. Trotzdem haben 17 Prozent der Jugendlichen in Deutschland während der Kindheit nur ein Jahr oder noch kürzer den Kindergarten besucht. Oftmals erschweren Organisationsmängel die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Folgen
Weil Krippen- und Kindergartenplätze fehlen oder nicht bedarfsgerecht zur Verfügung stehen, bleiben in den ersten Lebensjahren wichtige Lernpotenziale ungenutzt. Kinder aus bildungsfernen oder sozial problematischen Familien und Kinder mit Migrationshintergrund erfahren in dieser wichtigen Phase oft Benachteiligungen, die später kaum mehr auszugleichen sind.
Zielsetzung
Ein mehrjähriger Kindergartenbesuch schafft einen Wissenszuwachs von etwa einem Dreivierteljahr Schulunterricht. Ziel muss deshalb sein, in Bayern flächendeckend ein ausreichendes Angebot an Ganztags-Kinderkrippen und Kindergärten zu schaffen, die kindliche Anlagen und Leistungspotenziale wecken, Benachteiligungen ausgleichen und den Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen. Die täglichen Öffnungszeiten müssen bedarfsgerecht gestaltet sein und die Betreuungsangebote durchgängig zur Verfügung stehen. Verhältnismäßig geringe Investitionen in frühkindliche Bildung ersparen später hohe Kosten, die durch Schul- und Studienabbrüche, Nachqualifizierung und Sozialaufwendungen entstehen.
Kindergärten brauchen Bildungspläne und frühpädagogische Lehr- und Lernkonzepte. Im Vorschuljahr muss der Kindergartenbesuch verpflichtend sein.
Die anspruchsvolle Arbeit der Erzieher erfordert eine qualifizierte pädagogische Ausbildung. Neben dem an Fachschulen ausgebildeten Personal muss jeder Kindergarten auch über wissenschaftlich qualifizierte Elementarlehrer verfügen.
Lernen im Kindergarten muss systematischer erfolgen als heute. Die Lernpotenziale, die Kinder schon in den ersten Lebensjahren haben, dürfen nicht länger verschenkt werden. Es geht vor allem darum, aus den Spielsituationen und der Erfahrungswelt der Kinder heraus Lernsituationen und Projekte zu gestalten. Dieser Ansatz hat in der Praxis derzeit noch zwei Schwächen: Erstens besteht die Gefahr von Beliebigkeit, wenn für das Lernen allein die Beobachtungen und Erfahrungen der Kinder in ihrem direkten Lebensumfeld aufgegriffen werden. Zweitens wird zudem von den Erziehern eine Selektion vorgenommen, welche Themen es den "wert" sind, aufgegriffen zu werden. Der Kindergarten muss aber Schulreife sichern. Dafür brauchen Kinder auch Lernangebote, die ihren unmittelbaren Lebenshorizont erweitern.
Jedes Kind muss am Ende der Kindergartenzeit in der Lage sein, aktiv am Schulunterricht teilzunehmen. Dies gilt erst recht für Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund.
Wichtig ist zudem bereits in dieser frühen Phase eine systematische Werteerziehung, die sich in der Schule fortsetzt.
(Foto: Rainer Sturm/Pixelio)











