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Weiterbildungs- programm 2012

IHK-Zeitschrift 05/12

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Dossier

Im Dossier finden Sie im monatlichen Wechsel aktuelle Themen kompakt aufbereitet. Das Dossier basiert auf dem Schwerpunkt aus der IHK-Zeitschrift und verweist darauf.

Dossier 05/2012: Soziale Absicherung für Unternehmer

Dossier 05/2012: Soziale Absicherung für Unternehmer

Wer Verantwortung trägt, muss sich absichern

Unternehmer tragen Verantwortung. Zuerst für sich selbst und die eigene Familie, aber natürlich auch für den Betrieb und die Mitarbeiter. Die soziale Absicherung muss daher für jeden Unternehmer ein wichtiges Thema sein. Dass hier gerade weit reichende gesetzliche Änderungen diskutiert werden, macht die ohnehin schon komplexe Materie nicht einfacher.

(Foto: rupbilder/fotolia.de)

Die Weichen richtig stellen

Im Rahmen des Rentendialogs der Bundesregierung wird derzeit intensiv eine Debatte über künftige Altersarmut in der Gesellschaft geführt. Dabei rückt auch verstärkt die Sorge vor zunehmender Altersarmut von Selbstständigen in den Mittelpunkt.

Insbesondere Soloselbstständige sind hier betroffen. Die Lebensverläufe dieser Selbstständigen sind oft von wechselnden Erwerbsphasen und -formen sowie von Zeiten der Arbeitslosigkeit geprägt. Häufig haben sie gar nicht die Möglichkeit, substanziell für das Alter vorzusorgen. Eine andere Argumentation stützt sich auf die Bezieher von Grundsicherung im Alter. Diese steuerfinanzierte Unterstützung erhalten derzeit ca. 400.000 Personen in Deutschland, ein Drittel von ihnen weist keine Rentenansprüche aus der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) auf. Es wird gefolgert, dass viele von ihnen selbstständig Tätige seien. Um dem vermuteten Problem der Altersarmut Selbstständiger zu begegnen, wird die politische Forderung erhoben, alle Selbstständigen in die Pflichtversicherung der GRV einzubeziehen.

Wie die Altersvorsorgesituation Selbstständiger wirklich aussieht, ist jedoch derzeit weitgehend unklar. Nach Schätzungen des DIHK gibt es bundesweit ca. 3,7 Millionen hauptberufliche Selbstständige. Rund 1,9 Millionen von ihnen sind grundsätzlich obligatorisch für das Alter abgesichert, sei es über die Gesetzliche Rentenversicherung, in die einige bestimmte Gruppen von Selbstständigen wie etwa Künstler einbezogen sind, oder etwa über die Versorgungswerke der Freiberufler. Umgekehrt dürften ca. 1,8 Millionen Selbstständige keinem obligatorischen Altersvorsorgesystem angehören.

Noch ist unklar, wie bei der Altersvorsorge für Selbstständige die Weichen gestellt werden Foto: Rainer Sturm/Pixelio
Noch ist unklar, wie bei der Altersvorsorge für Selbstständige die Weichen gestellt werden Foto: Rainer Sturm/Pixelio

Faktenlage muss verbessert werden

Die Zahl der Soloselbstständigen als Teilgruppe der Selbstständigen wird auf insgesamt 2,4 Millionen geschätzt - wobei offen ist, wie hoch der Anteil der nebenberuflich Tätigen ist. Letztere müssen bei diesen Überlegungen nicht berücksichtigt werden, weil davon auszugehen ist, dass sie über ihre hauptberufliche Tätigkeit Vorsorge betreiben und somit fürs Alter abgesichert sind.

Wie viele der hauptberuflichen Soloselbstständigen in irgendeiner Form einer obligatorischen Rentenversicherung unterliegen, ist nicht bekannt. Gleiches gilt für die Verteilung und den Umfang privater Vorsorge bei allen Selbstständigen. Um Ziel führend die nächsten Schritte planen zu können, muss daher zunächst die Faktenlage verbessert werden. Sollte sich durch fundierte Analysen herausstellen, dass Altersarmut von Selbstständigen künftig tatsächlich eine Herausforderung für die Gesellschaft wird, sind Gegenmaßnahmen notwendig.

Zu beachten ist dabei, dass sich Unternehmer bewusst für eine selbstständige Tätigkeit und damit für die Bereitschaft zur Risikoübernahme und Eigenverantwortung auch im Bereich der Kranken- und Rentenversicherung entschieden haben. Dieser Ausdruck des selbstständigen Unternehmertums sollte nicht leichtfertig übergangen werden. Sicherlich sind mehr Informationen und Transparenz beim Thema Altersvorsorge und ihren möglichen Formen nötig.

Die IHKs informieren in Existenzgründungsseminaren, Beratungsgesprächen oder Seminaren über die Relevanz und Notwendigkeit privater Altersvorsorge. Aber auch über die verschiedenen, bislang weniger bekannten Vorsorgeformen, wie etwa die Basisrente, sollte verstärkt und transparent informiert werden, damit sich die Selbstständigen der unterschiedlichen Formen der Vorsorge für das Alter bewusst werden und ihre Planung entsprechend darauf einstellen. .

Bild: Noch ist unklar, wie bei der Altersvorsorge für Selbstständige die Weichen gestellt werden Foto: Rainer Sturm/Pixelio

Hier gelangen Sie zum Dossier des Vormonats "IT für den Mittelstand":



Ansprechpartner

Johannes Karasek

Kontakt

Öffentlichkeitsarbeit | Redaktion Internet

E-Mail:karasek@passau.ihk.de
Telefon:0851 507-203