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08.12.2016

DIHK veröffentlicht Report 2016 zur Unternehmensnachfolge

Bin jung und weiblich, suche Firma

Bei der Unternehmensnachfolge im Mittelstand zeichnen sich laut der aktuellen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags erste Lichtblicke ab: Die IHKs haben 2015 rund 20 Prozent häufiger zur Übernahme eines Unternehmens Beratungsgespräche geführt. Das ist der erste Anstieg seit sieben Jahren. Besonders erfreulich: Es gibt immer mehr weibliche Interessenten.

Die Frage der ungeklärten Unternehmensnachfolge bleibt für viele Mittelständler aber ein wunder Punkt. Demografiebedingt ist die Zahl der Altinhaber auf Nachfolger-Suche erneut gestiegen, die IHKs registrieren insgesamt ein Plus von knapp neun Prozent. In den neuen Bundesländern sind es sogar über 20 Prozent. Insgesamt finden vier von zehn Unternehmen nicht den passenden Interessenten.

Viele Verhandlungen zur Unternehmensnachfolge gestalten sich schwierig. Insbesondere beim Kaufpreis klaffen die Vorstellungen oftmals weit auseinander. Gerade für Alteigentümer ist die ohnehin schon komplizierte Materie auch noch emotional aufgeladen. Zudem geht die zunehmend selbstbewusste "Generation Y" oft eigene Wege – ein "Familienautomatismus" zur Übernahme des Unternehmens durch Tochter oder Sohn ist immer seltener anzutreffen. Mit der Einigung bei der Erbschaftssteuer haben Familienunternehmen jetzt zwar endlich Rechtsicherheit. Allerdings wird die Übergabe an die nächste Generation für viele Unternehmen teurer. Das erschwert Kindern zusätzlich die Übernahme des elterlichen Betriebes. Es steht zu befürchten, dass künftig noch mehr Unternehmer außerhalb der Familie einen Nachfolger finden müssen.

Der DIHK setzt sich daher nach wie vor für die steuerliche Entlastung des Mittelstandes, gerade auch für frischgebackene Nachfolger, ein. Dringend geboten ist nach Auffassung des DIHK unter anderem die Anhebung der seit über 50 Jahren gültigen Abschreibungsgrenze für geringwertige Wirtschaftsgüter von 410 Euro auf 1.000 Euro.

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