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19.04.2017

Experten lernen für die Praxis

Ostbayerischer Sachverständigentag fand in Bad Abbach statt

Beim Sachverständigentag, vordere Reihe (l.): Florian Weigert (VÖS), RA. Christian Siegert-Bomhard, Eva Mühldorfer (IHK Niederbayern), Karin Gabriel (Handwerkskammer), Willi Schmidbauer (BVS), Dr. Jürgen Helmes (IHK Regensburg); Mitte: Anna Maria Tuscher-Sauer (LVS), Dieter Rudat (LVS), hinten (v. l.): Albrecht Mast (LVS), Birgit Zorger (IHK Regensburg), Eduard Hartmann (BVS)

Sachverständige decken Pfusch am Bau auf, begutachten Fahrzeugschäden und prüfen die Arbeitssicherheit im Betrieb. Ihre Qualität bescheinigen in vielen Sachgebieten die IHKs – sie vergeben an die Experten das Siegel "öffentlich bestellt und vereidigt" und kümmern sich um deren Weiterbildung. Zum 15. Ostbayerischen Sachverständigentag begrüßten die IHK Regensburg, die IHK Niederbayern, die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz sowie die Berufsverbände b.v.s Bayern, LVS Bayern e. V. und VöS 230 Experten im Kurhaus in Bad Abbach im Landkreis Kelheim.

Neben dem Austausch untereinander bekamen die Sachverständigen viel Wissen für die Berufspraxis an die Hand. Der Arbeitsrechtler Christian Siegert-Bomhard antwortete auf typische arbeitsrechtliche Fragen im Sachverständigenbüro, die zum Beispiel bei der Beschäftigung von Mitarbeitern aufkommen. Der Fachanwalt für Arbeitsrecht berücksichtigte dabei die Besonderheiten der Sachverständigenordnung. Über die "Initiative Rechts- und Justizstandort Bayern" informierte Dieter Rudat, Vizepräsident des LVS Bayern. Er ist für das Fachgebiet Massivbau öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger und gab Einblick in komplexe Bauvorhaben und Gerichtsverfahren. Über das Online-Anwaltspostfach und die elektronische Gerichtsakte hält die Digitalisierung im Sachverständigenbüro Einzug. Der Wirtschaftsinformatiker Gunther Ehrhardt zeigte den Experten, wie sie ein Gutachten sicher online versenden.

Sachverständigenwesen: Gerichte und Staatsanwaltschaften sind auf ihre Gutachten angewiesen, Unternehmen benötigen sie zur Beratung. Rund 8.500 öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige in über 280 verschiedenen Sachgebieten gibt es in Deutschland. Die meisten Sachgebiete haben bundesweit einheitliche Voraussetzungen. Es kommen immer wieder neue Gebiete hinzu. Das Online-Verzeichnis www.svv.ihk.de listet Sachverständige nach Sachgebieten und Orten auf. Eine klassische Ausbildung zum Sachverständigen gibt es übrigens nicht. Wer spezielle Kenntnisse hat, kann als "freier Sachverständiger" arbeiten. Die öffentliche Bestellung und Vereidigung durch die IHK prüft die fachliche Expertise. Oft werden Studium und mehrjährige praktische Erfahrung gefordert.