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02.12.2016

Herausforderungen bei Verkehr und Mobilität

Sitzung des IHK-Gremiums Dingolfing-Landau

Verkehrsexperte Johannes Klühspies (links) und IHK-Gremiumsvorsitzender Claus Girnghuber

Unter anderem mit dem Schwerpunkten Verkehr und Mobilität und der Entwicklung in der Region hat sich das IHK-Gremium Dingolfing-Landau bei seiner Sitzung vergangene Woche in Dingolfing beschäftigt. In den Räumen der Sparkasse Niederbayern-Mitte empfing der Vorsitzende des Gremiums, Claus Girnghuber, den Gastreferenten der Sitzung: Johannes Klühspies, Verkehrsexperte und Professor an der Technischen Hochschule Deggendorf. "Nicht der Neubau von Straßen, sondern der Unterhalt und die Instandsetzung des bestehenden Straßennetzes sind die größten Herausforderungen für die Verkehrsinfrastruktur", erläuterte Klühspies. 30 bis 50 Prozent des heutigen Straßennetzes sind ihm zufolge mit den aktuell verplanten Mitteln auf Dauer nicht zu halten. Gibt es hier keine Veränderung, rechnet Klühspies damit, dass auf lange Sicht Straßen auf der örtlichen Ebene zurückgebaut und nur noch Hauptadern erhalten werden.

Andere Lage auf der Schiene

Anders schilderte der Professor die Lage auf der Schiene – gemeinsam mit seinen Studenten hatte er sich unter anderem mit der Reaktivierung der Bahnstrecke nach Viechtach befasst. Nicht nur deshalb unterstützt er deutlich die Forderung der Region nach einem Ausbau der Bahnstrecke zwischen Plattling und Landshut. Personen- und Güterverkehr entwickeln sich Klühspies zufolge generell getrennt. Während der Güterverkehr immer mehr um die Zentren herumgeleitet wird, ist der Personenverkehr in der Fläche stärker im Kommen. In jedem Fall gelte es, die Automatisierung der Bahn zu beschleunigen. Die Bedeutung des Autos für den Personenverkehr werde hingegen sowohl im städtischen Bereich als auch in Tourismusregionen und auf den Mittelstrecken abnehmen. "Autonomes Fahren ist hier zwar ein wichtiger Schritt, bringt aber nicht alles", meinte Klühspies. Der Appell des Wissenschaftlers an die Politik lautete daher, die Entwicklungsachsen für den Verkehr der Zukunft auf örtlicher, regionaler und überregionaler Ebene klar festzulegen.

Die Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf den Handel im Landkreis Dingolfing-Landau ist das Thema einer Kaufkraftstromanalyse der IHK, die bei der Sitzung Handelsreferent Thomas Breinfalk vorstellte. Einerseits wartet der Landkreis hier mit hervorragenden Zahlen auf: Die Flächenproduktivität – also der Umsatz pro Quadratmeter Verkaufsfläche – liegt sowohl in Dingolfing als auch in Landau deutlich über den Niederbayernschnitt. Dingolfing kann sogar mit dem niederbayernweit drittbesten Wert aufwarten. Girnghuber warnte jedoch davor, die Digitalisierung zu unterschätzen: "Der E-Commerce wird weiter zunehmen. Jeder, der im Einzel- oder Großhandel tätig ist, sollte die Angebote und Informationsmöglichkeiten der IHK in diesem Bereich nutzen."