Aktuelles

07.04.2017

Wege zum Online-Handel: Webshop, Amazon oder eBay?

Praxisberichte bei IHK-Veranstaltung

IHK-Vizepräsident Toni Fink mit Tillmann Schmelzle von raccoon, Magdalena Wozniok und Marc Paul Günnewich von minzgrün, Andreas Strohhammer von Intersport Strohhammer, Maximilian Kimmel von raccoon und IHK-Handelsreferent Thomas Breinfalk (von links)

Auf welch hohes Interesse das Internet als Verkaufsplattform stößt, hat sich bei der gut besuchten IHK-Informationsveranstaltung "Online-Handel in der Praxis" am Donnerstag im Alten Rathaus in Deggendorf gezeigt. Rund 140 Gäste wollten mehr zu den Möglichkeiten, Vor- und Nachteilen von Online-Shops und Marktplätzen wie Amazon oder eBay wissen. Nach der Begrüßung von IHK-Vizepräsident Toni Fink gaben zunächst Marc Paul Günnewich und Magdalena Wozniok von der Passauer Marketing-Agentur minzgrün einen Einblick in das Thema Online-Marketing. Ihr Motto lautet klar: Kenne deinen Kunden!

"Es ist wichtig, dass individuell betreut wird", hob Günnewich in seinem Vortrag hervor. "Aus diesem Grund gibt es bei uns selten etwas von der Stange." Neben verschiedenen Webshop-Typen – vom Gratismodell über den Facebook-Shop bis zur Premiumvariante – stellten die beiden Referenten zentrale Charakteristika für die Produktpräsentation im Web vor. So müsse ein Bild etwa überzeugen, ohne, dass es den Kunden hinters Licht führt, da eine rückgängig gemachte Kaufentscheidung dem Händler Kosten verursachen kann.

Marktplätze haben Tücken, bergen aber auch Chancen

Das Tagesgeschäft von Maximilian Kimmel, Software-Experte beim Münchener Start-Up Raccoon Strategy, sind die Gegenspieler des klassischen Online-Shops: Kimmel befasst sich vor allem mit der Optimierung von Händlerseiten auf Marktplätzen wie Amazon und eBay. Der Experte gab wichtige Hinweise für die Zusammenarbeit mit den E-Commerce-Riesen. So müsse man sich als Händler beispielsweise stets auf dem Laufenden halten, weil die Regeln der Plattformen immer wieder verändert werden. Das kann nicht nur zu Problemen mit den Marktplätzen selbst führen, sondern auch zu Abmahnungen durch die Konkurrenz. Schlechte Produkt- und Händlerbewertungen können ebenfalls ein rasches Aus für den Verkäufer bedeuten. Wer engagiert ist und die Fallstricke kennt, kann seinen Shop aber durchaus zum Erfolg führen. "Alles ist schwierig, bevor es einfach wird. Wenn man das eine Weile macht, dann läuft es irgendwann", versicherte Kimmel.

Dass sich ein langer Atem auszahlt, konnte Andreas Strohhammer von Intersport Strohhammer in Landau an der Isar bestätigen. Er stieg 2007 mit einem eigenen Webshop in den Online-Handel ein – "und jetzt kommt der wichtigste Satz des Abends: Leider nur nebenbei!", wie er betonte. Erst ab 2012 widmete er diesem Standbein mehr Aufmerksamkeit, mittlerweile verkauft er rund 30 000 Paar Ski jährlich über das Internet. Das Erfolgsgeheimnis sieht er darin, dem Kunden online die persönliche Beratung zu bieten, die er sonst im Ladengeschäft bekommen würde. "Das kann kein Amazon, kein eBay, das kann nur der Einzelhandel", zeigte sich Strohhammer überzeugt. Seine Zahlen gaben ihm recht: Wie positiv sich die Umsätze und Gewinne eines gut geführten Online-Shops entwickeln können, aber auch, welche Kostenfaktoren berücksichtigt werden müssen, machte er anhand eines detaillierten Berechnungsbeispiels deutlich.