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03.02.2017

Wirtschaft trotzt Unsicherheiten

Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn

IHK-Konjunkturklimaindikator Niederbayern

IHK-Präsident Thomas Leebmann zeigt sich angenehm überrascht von den Ergebnissen des Konjunkturberichts.

Obwohl das wirtschaftliche Umfeld durch politische Einflüsse zunehmend rauer wird, startet die niederbayerische Konjunktur mit kräftigem Schwung ins neue Jahr. Die gute Beurteilung der Geschäftslage und Erwartungen ziehen den IHK-Konjunkturklimaindikator auf 131 Punkte – so hoch wie zuletzt vor über fünf Jahren. Dies belegt die aktuelle Umfrage unter den Betrieben aus Industrie, Handel, Dienstleistungen und Tourismus.

"Die Geschäfte laufen auf Hochtouren", berichtet Thomas Leebmann, Präsident der IHK Niederbayern, mit Blick auf die Zahlen. 57 Prozent der niederbayerischen Betriebe beurteilen die gegenwärtige Wirtschaftslage als gut, lediglich fünf Prozent sind damit nicht zufrieden. Die Auftragsbücher sind voll und die Betriebe gut ausgelastet. "Es ist durchaus erstaunlich, wie robust sich die Konjunktur angesichts der zunehmenden Verunsicherung durch politische Einflüsse zeigt", betont IHK-Präsident Leebmann. "Trotz des bevorstehenden Brexits, dem unberechenbaren Kurs des neuen US-Präsidenten sowie den in diesem Jahr anstehenden Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland stehen die Zeichen für 2017 weiter auf Wachstum." Jeder vierte Betrieb rechnet mit einer Verbesserung und nur jeder Zehnte mit einer Verschlechterung. Dank der guten Beschäftigungslage bleibt die Inlandsnachfrage eine wichtige Stütze, aber auch die Exporte werden wieder stärker zunehmen. Hier wirkt sich der schwache Euro positiv aus.

"Hinzuzufügen ist, dass die Betriebe die Wende bei den Energie- und Rohstoffpreisen zu spüren bekommen werden – folglich ist mit einem Anstieg der Verkaufspreise zu rechnen", berichtet der IHK-Präsident weiter. "Eine anziehende Inflation könnte der Konsumstimmung einen Dämpfer erteilen, wovon die Einzelhändler am stärksten betroffen wären." Darüber hinaus werden aufgrund von Kostenersparnissen wieder stärker Auslandsinvestitionen in Erwägung gezogen, die schwerpunktmäßig in der Eurozone, Nordamerika und China erfolgen. "Die inländischen Investitionspläne stagnieren auf solidem Niveau – 30 Prozent der Betriebe wollen in Zukunft mehr Geld in Anlagen und Gebäude stecken", so Leebmann.

Von den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen geht ein erhebliches Risiko aus. "Die Niedrigzinspolitik, zunehmende Bürokratie, hohe Steuern und politische Spannungen sind Faktoren, die das zukünftige Wachstum gefährden." Darüber hinaus sorgen sich über 60 Prozent der Betriebe bezüglich des Fachkräftemangels, der die Besetzung offener Stellen erschwert.

Der ausführliche Konjunkturbericht mit detaillierten Auswertungen nach Branchen ist im Internet verfügbar unter:

Außerdem können Sie den Bericht nachfolgend als PDF downloaden: