Zu viel Bürokratie: Mittelstand verliert an Wettbewerbsfähigkeit
Auch beim Thema Energie zeigte sich ein Spannungsfeld: Mögliche Windkraftanlagen im Landkreis sorgen für Diskussionen – zwischen wachsendem Energiebedarf, touristischer Attraktivität und Akzeptanz vor Ort. Der Landkreis erzeugt bereits ein Vielfaches seines Eigenbedarfs an erneuerbaren Energien durch Photovoltaik, dennoch brauche es eine funktionierende Energiewende und leistungsfähige Stromtrassen, betonten die Unternehmer.
Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung war die steigende Belastung der Unternehmen durch Vorschriften und Dokumentationspflichten. Die Wortmeldungen im Gremium ließen keinen Zweifel: Für viele mittelständische Betriebe sind die Regelungen kaum mehr zu bewältigen. Große Konzerne könnten komplexe Vorgaben eher stemmen, der Mittelstand jedoch verliere an Wettbewerbsfähigkeit.
„So verlieren wir unseren Mittelstand“, fasste ein Teilnehmer zusammen. Viele Regularien seien über Jahre immer komplizierter geworden – auch durch Rechtsprechung und europäische Vorgaben. „Wir haben zu viele Bereiche zu komplex organisiert. Das lähmt die Unternehmen und schadet der gesamten Wirtschaft“, sagte die Gremiumsvorsitzende, IHK-Vizepräsidentin Michaela Baumgartner. Neben der Bürokratie wurden auch steigende Arbeitskosten und Sozialabgaben als wachsendes Risiko für die Unternehmen genannt. Die Gremiumsmitglieder betonten deshalb, dass Arbeit wieder attraktiver werden müsse – etwa durch Reformen beim Bürgergeld und sonstiger Transferleistungen.