07.01.2026
Licht und Schatten bei wirtschaftlichen Kennzahlen in Niederbayern
Strukturdaten 2025/26: Datenhandbuch zur niederbayerischen Wirtschaft in Neuauflage
Arbeitsmarkt, Unternehmensbestand oder Konjunkturentwicklung – in nahezu allen wichtigen Indikatoren zum Wirtschaftsraum Niederbayern macht sich die schwierige wirtschaftliche Situation bemerkbar. Die Zahlen dazu finden sich im umfassendsten Datenhandbuch zur regionalen Wirtschaft: den „Strukturdaten 2025/26“. IHK Niederbayern, Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Regierung von Niederbayern und Niederbayern-Forum haben die Strukturdaten jetzt in einer Neuauflage veröffentlicht.
Die Positiv-Nachricht aus dem Datenhandbuch: Nach einem deutlichen Einbruch 2024 kann Niederbayern auf ein Jahr der vorsichtigen wirtschaftlichen Erholung zurückblicken. An alte Stärke kann die regionale Wirtschaft derzeit aber nicht anknüpfen. So bleibt etwa die Industrie eine wichtige Schlüsselbranche für ganz Niederbayern, die Beschäftigungs- und Umsatzzahlen liegen allerdings unter dem Vorjahresniveau. Ähnliche Entwicklungen zeigten sich zuletzt im starken niederbayerischen Handwerk, das jedoch trotz der aktuellen Herausforderungen im Vergleich weiter herausragende Strukturdaten verbuchen kann. Der Tourismus entwickelt sich eigentlich gut, nirgendwo sonst im Bayern-Vergleich bleiben Gäste länger als in Niederbayern. Trotzdem ist die Branche von dem Niveau vor Corona deutlich entfernt. Licht und Schatten auch beim Arbeitsmarkt: Die niederbayerische Arbeitslosenquote liegt unter dem Bayern- wie Bundesschnitt, die Konjunkturschwäche hat aber zu einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt.
Ein entscheidender Faktor für den Arbeitsmarkt wie für die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt ist die Bevölkerungsentwicklung. Diese lässt sich auf den Nenner bringen: Niederbayerns Bevölkerung wächst, vor allem durch Zuzug und Zuwanderung – aber sie wird auch älter. Zudem verläuft die Entwicklung regional unterschiedlich: Während etwa für den Raum Landshut in den nächsten 20 Jahren zweistellige Wachstumsraten zu erwarten sind, ist die Einwohnerzahl in Landkreisen wie Freyung-Grafenau oder Regen stabil bis leicht rückläufig. Unter Berücksichtigung aller Faktoren lassen die Strukturdaten daher den Schluss zu: Nur wenn die Bedingungen am Standort verbessert werden – von Inlandsnachfrage über Infrastruktur bis politischer Planungssicherheit – kann sich aus einer vorsichtigen Erholung ein selbsttragender und nachhaltiger Aufschwung entwickeln.
Seit über 15 Jahren bieten die Strukturdaten als Datenhandbuch eine kompakte Übersicht der wichtigsten Kennzahlen zum Wirtschaftsstandort Niederbayern. Veröffentlicht werden die Daten bereits seit Längerem ausschließlich online und interaktiv aufbereitet. Die aktuelle Ausgabe steht ab sofort auf den Internetseiten der Industrie- und Handelskammer Niederbayern, der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, der Bezirksregierung Niederbayern sowie des Niederbayern-Forums zum Download bereit, beispielsweise unter: www.ihk-niederbayern.de/strukturdaten