DIHK-Referent: "Wir müssen weiterhin mit den USA zusammenarbeiten"
Paul Meyer, Leiter des Referats US-Handelspolitik bei der DIHK in Berlin, verdeutlichte in seinem Vortrag, wie schwierig es inzwischen für Wirtschaftsverbände ist, mit rationalen Argumenten in der US-Politik durchzudringen. Trotzdem bleiben die grundsätzlichen Ziele der politischen DIHK-Arbeit für die Handelspolitik zwischen der EU und den USA unverändert: Zölle senken, Planbarkeit wiederherstellen, Handelshemmnisse abbauen. „Wir müssen weiterhin mit den USA zusammenarbeiten. Wir können sie nicht einfach als Handelspartner ersetzen“, betonte Meyer. Dennoch sei es nun wichtig, auch andere Handelsbeziehungen zu intensivieren und seitens der EU weitere neue Freihandelsabkommen zu schließen. Meyer zeigte auch auf, dass die Unsicherheit in der US-Politik konkrete Auswirkungen auf Investitionen deutscher Unternehmen in den USA haben: Sie gehen zurück, inzwischen hat China die USA als wichtigsten Handelspartner Deutschlands abgelöst. Meyer ging auch auf die Auswirkungen der Zollerhöhungen in den USA selbst ein: So seien etwa Zolleinnahmen deutlich gestiegen – bezahlt werden diese aber zu 96 Prozent von amerikanischen Unternehmen und Konsumenten.
Dr. Max Frank, Vorsitzender des IHK-Außenwirtschaftsausschusses, sagte: „Die Politik dominiert in nie dagewesenem Maße die Spielregeln im internationalen Handel. Darauf müssen wir uns künftig einstellen.“ Wichtig sei nun, die eigenen Hausaufgaben zu erledigen. Die EU könne das beispielsweise durch den Abbau von nicht-tarifären Handelshemmnissen innerhalb des EU-Binnenmarktes erreichen.
Vorgestellt wurde in der Sitzung auch die neue Position „Leiter Außenwirtschaft“ bei der IHK Niederbayern. Diese hat Sascha Cavalieri inne.