Konjunkturumfrage
Bundesweit führen 80 Industrie- und Handelskammern dreimal jährliche eine Konjunkturumfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen durch. Erhebungszeiträume sind jeweils die Monate Januar, Mai und September. Befragt werden Unternehmen aller der IHK zugehörigen Wirtschaftszweige und aller Größenordnungen. Hauptfragen sind die Beurteilung der aktuellen Wirtschaftslage und die Erwartungen für die nahe Zukunft. Ergänzt werden diese Angaben beispielsweise durch Fragen nach den Aufträgen, der Kapazitätsauslastung, der Ertragslage, den Investitionen und den Beschäftigtenzahlen.
Auf dieser Seite präsentieren wir Ihnen den jüngsten Konjunkturbericht. Zum Vergrößern der Diagramme klicken Sie bitte einfach auf die Bilder. Die Ergebnisse des vergangenen Konjunkturberichtes vom Januar 2013 können Sie hier einsehen:
Hier finden Sie außerdem ein Archiv mit den gesammelten Konjunkturberichten der vergangenen zwei Jahre:
Archiv Konjunkturberichte
IHK-Konjunkturumfrage Mai 2013: Konjunkturbelebung zeichnet sich ab
Die Konjunktur in Niederbayern entwickelt sich robust und die Anzeichen, dass die vorübergehende Wachstumsdelle bald zu Ende sein könnte, mehren sich. Der IHK-Konjunkturklimaindikator ist minimal um 0,4 Punkte gestiegen und steht aktuell bei 118,3 Zählern. Damit ist die Stimmung in der niederbayerischen Wirtschaft gemessen am langfristigen Durchschnitt relativ gut. Grund hierfür ist der deutlich gestiegene Optimismus der Unternehmen.
Im Gegensatz dazu fallen die aktuellen Lagebeurteilungen verhaltener aus, sind aber trotz des schwierigen Umfelds in den vergangenen Monaten nach wie vor positiv. Der weltwirtschaftliche Gegenwind hat zwar mittlerweile etwas nachgelassen, aber die Konjunktur tritt seit Ende letzten Jahres auf der Stelle. Weder Auftragseingang noch Produktion konnten sich bis dato vom gedrückten Niveau zum Jahreswechsel nachhaltig lösen. Darüber hinaus machte der lange Winter den saisonabhängigen Branchen zu schaffen. Daher sind die Impulse für die Inlandsnachfrage gering ausgefallen, das Konsumklima hat sich jedoch auf hohem Niveau gehalten. Ebenso ist das Tempo der weltwirtschaftlichen Expansion derzeit niedrig und somit ging von den Ausfuhren keine treibende Kraft für starkes Wachstum aus.
Die Bedingungen für einen allmählichen Anstieg der Wirtschaftsleistung in naher Zukunft sind aber durchaus gegeben. Demgegenüber bleibt das Risiko eines erneuten Aufflammens der Eurokrise, wenngleich die Wahrscheinlichkeit einer Zuspitzung wie im vergangenen Jahr deutlich gesunken ist. Insgesamt sind die Aussichten, dass die Konjunktur in den kommenden Monaten an Schwung gewinnt, relativ gut.
IHK-Konjunkturklimaindikator Niederbayern
Aktuelle Wirtschaftslage
Die niederbayerischen Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage nochmals zurückhaltender als zu Jahresbeginn. Allerdings überwiegt mit 33,9 Prozent weiterhin der Anteil der positiven Beurteilungen deutlich den der negativen von 12,5 Prozent. Mehr als die Hälfte der befragten Firmen ist mit der momentanen Situation zufrieden. Dies ist angesichts der nicht einfachen Bedingungen auf den Weltmärkten ein insgesamt passables Ergebnis.
Die Weltkonjunktur hat in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres an Dynamik eingebüßt und auch hierzulande fiel das Wachstum geringer aus. Bedeutsam war hierbei die allgemeine Unsicherheit über den weiteren Konjunkturverlauf und hinsichtlich der Wirtschaftspolitik in Europa. Dies hat viele Unternehmen dazu veranlasst, nur die nötigsten Anlagen und Ausrüstungen anzuschaffen, was wiederum das Wachstum gedämpft hat. Darüber hinaus machte der lange Winter den saisonabhängigen Branchen zu schaffen. Dadurch waren die Impulse für die Inlandsnachfrage etwas schwächer. Das Konsumklima hat sich jedoch auf hohem Niveau gehalten. Aufgrund der gebremsten Weltkonjunktur gingen vom Export keine starken Wachstumseffekte aus.
Aktuelle Wirtschaftslage
Erwartete Wirtschaftslage
Bereits zum Jahreswechsel hatten sich die Erwartungen der Betriebe hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung etwas aufgehellt. Im Frühjahr hat nun der Optimismus in der niederbayerischen Wirtschaft wieder spürbar Fuß gefasst. Der Anteil der Unternehmen, die mit einer Verbesserung der Lage rechnen, ist deutlich gestiegen. Mittlerweile gehen 26,7 Prozent der Firmen davon aus, dass die Geschäftstätigkeit in absehbarer Zeit zulegen wird. Demgegenüber ist die Zahl der Pessimisten gesunken. Der Großteil von rund 62 Prozent rechnet mit einer unveränderten Situation in naher Zukunft.
Die Unternehmen nehmen an, dass die Auftragsvolumina aus dem In- uns Ausland steigen werden. Es gibt erste Anzeichen, dass sich das Weltwirtschaftswachstum wieder beschleunigt. Vor allem in den Schwellenländern aber auch in den USA ist mit steigenden Wachstumsraten zu rechnen. Bereits in den vergangenen Wachstumsphasen hierzulande kamen die ersten Impulse vom Export, der über eine verbesserte Auftragslage und höhere Kapazitätsauslastungen die Investitionstätigkeit befeuert hat. Infolge dessen stieg dann die Beschäftigung mit entsprechend positiven Effekten für den privaten Konsum.
Die Bedingungen für einen spürbaren Anstieg der Wirtschaftsleistung sind durchaus gegeben, allerdings bestehen weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich des Konjunkturverlaufs in Europa. Hier ist die Wirtschaftspolitik gefordert, das Vertrauen, insbesondere auf den Finanzmärkten, zu verfestigen. Sofern die in diesem Zusammenhang nach wie vor bestehenden Risiken nicht zum Tragen kommen, stehen die Zeichen gut, dass die Konjunktur in den kommenden Monaten neuen Schwung gewinnt.
Erwartete Wirtschaftslage
Beschäftigungspläne
In den vergangenen Jahren haben die Betriebe ihren Personalbestand kräftig aufgestockt. 2012 betrug das Beschäftigungswachstum in Niederbayern 2,6 Prozent und lag damit über dem bayerischen Durchschnitt. Die Erwerbstätigkeit hat neue Rekordstände erreicht und die Arbeitslosigkeit ist anhaltend auf niedrigem Niveau.
Aufgrund der geringen Konjunkturdynamik der vergangenen Monate fallen die Beschäftigungspläne der Betriebe derzeit noch verhalten aus. Dennoch zeichnet sich eine allmähliche Belebung ab. In der aktuellen Umfrage geben mit 16,1 Prozent etwas mehr Unternehmen als zu Jahresbeginn an, in den kommenden Monaten neue Mitarbeiter einstellen zu wollen. Lediglich 10,7 Prozent sehen sich gezwungen, ihre Beschäftigtenzahl zu reduzieren. Über 73 Prozent der Befragten werden in naher Zukunft ihren Personalbestand unverändert lassen. Insofern ist mit leichten Beschäftigungszuwächsen in der Region zu rechnen.
Vor allem die Industrie und die unternehmensnahen Dienstleister wollen in den kommenden Monaten wieder vermehrt einstellen. Aber auch im Einzelhandel zeichnet sich ein leichter Anstieg der Erwerbstätigen ab. In den Wirtschaftszweigen Großhandel und Bau fallen hingegen die Beschäftigungspläne vorsichtiger aus.
Beschäftigungspläne
Investitionspläne
Nachdem in den Jahren 2010 und 2011 die Investitionstätigkeit sehr hoch war, kam der Investitionsmotor in der zweiten Jahreshälfte 2012 langsam ins Stottern und auch in den ersten Monaten dieses Jahres wollte er nicht richtig anspringen. Bedeutsam in diesem Zusammenhang war die erhöhte Unsicherheit über den weiteren Konjunkturverlauf, insbesondere die Sorge über ein erneutes Aufflammen der Euro-Schuldenkrise. Aber auch der ungewöhnlich lange Winter und Debatten über Steuererhöhungen haben zur Zurückhaltung beigetragen.
Entsprechend der aufgehellten Konjunkturaussichten wollen zwar etwas mehr Unternehmen als zu Jahresbeginn ihre Investitionsbudgets wieder aufstocken, der Großteil agiert aber immer noch abwartend. Erst wenn die Wirtschaft mehr Fahrt aufgenommen hat und die Kapazitäten besser ausgelastet sind, ist mit einer verstärkten Investitionstätigkeit zu rechnen. Hoffnung macht, dass Kapazitätserweiterungen als Investitionsmotiv wieder mehr an Bedeutung gewonnen haben. Der Hauptgrund bleiben aber derzeit die Ersatzbeschaffungen.
Investitionspläne
Ergebnisse nach Branchen
Der Konjunkturbericht gliedert sich in unterschiedliche Branchen. Die Einzelergebnisse können Sie hier einsehen:
Industrie
Lage und Erwartungen: Industrie
Die Industrie beurteilt die momentane Lage weniger positiv als zum Jahreswechsel, präsentiert sich aber in einer guten Verfassung. Der Anteil der Betriebe, die von einem guten Geschäftsverlauf berichten, ist zwar auf 37,8 Prozent gesunken, dafür bezeichnen mit 6,3 Prozent auch etwas weniger Unternehmen ihre Situation als schlecht.
Die stark exportorientierten Industriefirmen berichten von geringer Dynamik bei der Entwicklung des Auftragsvolumens aus dem In- und Ausland, wobei das Bild bei den Ausfuhren unterschiedlich ausfällt. In vielen fortgeschrittenen Volkswirtschaften wurde die Nachfrage weiterhin durch Konsolidierungsbemühungen im öffentlichen und privaten Sektor gedämpft. Die wirtschaftliche Dynamik in den Schwellenländern fiel hingegen höher aus. Während die Auftragsorder aus Asien und Nordamerika gestiegen sind, war die Nachfrage aus der EU leicht rückläufig.
Erfreulich ist, dass die Industrie, die in der Vergangenheit immer das Zugpferd für den Aufschwung war, nun wesentlich optimistischer in die Zukunft blickt. Die Betriebe rechnen mit einem Anziehen der In- und Auslandsnachfrage, wobei die Hoffnungen beim Export in erster Linie auf den Geschäften mit Asien und Nordamerika beruhen. Aber auch auf den europäischen Absatzmärkten rechnen die Firmen mit einer allmählichen Stabilisierung.
Industrie
Einzelhandel
Lage und Erwartungen: Einzelhandel
Im niederbayerischen Einzelhandel fallen die Lagebeurteilungen weiterhin gut aus, wenngleich die Anzahl der positiven Bewertungen auch hier zurückgegangen ist. Noch immer bezeichnen 37,8 Prozent der Unternehmen ihre momentane Situation als gut, während 10,8 Prozent von einem schlechten Geschäftsverlauf berichten. Der Großteil ist mit der aktuellen Lage zufrieden.
Einigen Einzelhandelsbranchen hat der ungewöhnlich lange Winter zu schaffen gemacht. Insgesamt ist die Anschaffungsneigung der Verbraucher aber dank robuster Arbeitsmarktdaten relativ stabil geblieben. Zudem sind die Inflationsraten in den vergangenen Monaten etwas moderater ausgefallen, was die Geldbeutel der Konsumenten geschont hat. Die Betriebe berichten von leicht gestiegenen Umsätzen.
Die Zuversicht der Branche hinsichtlich der weiteren Entwicklung ist etwas gewachsen. Aufgrund der guten Beschäftigungssituation, gestiegener Einkommen und momentan geringerer Teuerungsraten rechnen die Einzelhändler mit moderaten Umsatzzuwächsen. Allerdings sehen sich immer mehr Betriebe wegen höherer Kostenbelastungen gezwungen, ihre Verkaufspreise in naher Zukunft zu erhöhen.
Einzelhandel
Großhandel
Lage und Erwartungen: Großhandel
Die Großhändler bewerten ihre momentane Situation zwar immer noch positiv, die Lagebeurteilungen fallen aber wesentlich zurückhaltender aus als noch zu Jahresbeginn. Der Anteil der Unternehmen, die den Geschäftsverlauf als gut bezeichnen ist deutlich auf 28 Prozent gesunken und der jener, die schlechte Bewertungen abgeben, ist auf 20 Prozent gestiegen.
Die Betriebe berichten von insgesamt geringen Umsatzzuwächsen, wobei die Nachfrage aus dem Ausland stärker zugelegt hat als die Inlandsnachfrage. Fast alle Befragten klagen über gestiegene Kostenbelastungen mit dementsprechend negativer Wirkung auf die Ertragslage. Ebenso hat die Zuversicht in der Branche im Vergleich zu Jahresbeginn etwas abgenommen. Der Anteil der Optimisten ist zwar leicht gestiegen, aber auch der der Pessimisten hat sich deutlich erhöht.
Über die Hälfte der befragten Unternehmen rechnet in absehbarer Zeit mit einer unveränderten Geschäftslage. Die Grossisten erwarten sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland in den kommenden Monaten ein leichtes Umsatzplus. Allerdings befürchten die Firmen weitere Kostensteigerungen, die die Margen belasten.
Großhandel
Unternehmensorientierte Dienstleister
Lage und Erwartungen: Unternehmensorientierte Dienstleister
Bei den unternehmensnahen Dienstleistern fallen die Lagebeurteilungen ebenfalls nicht mehr so positiv aus wie im Januar. Der Anteil der Firmen, die einen guten Geschäftsverlauf melden, ist zwar nahezu unverändert bei rund 37 Prozent geblieben, hingegen bezeichnen aber mit 11,2 Prozent etwas mehr Betriebe ihre Lage als schlecht. Der Großteil ist mit der momentanen Situation zufrieden.
Die Unternehmen berichten insgesamt von stagnierenden Umsätzen, wobei die Inlandsnachfrage etwas gestiegen ist und im Auslandsgeschäft rückläufige Zahlen verbucht wurden. Am positivsten äußerten sich die Ingenieurbüros sowie die IT- und Beratungsunternehmen. Bei den Dienstleistern ist der Optimismus wieder zurückgekehrt, nachdem die Erwartungen der Branche hinsichtlich der weiteren Geschäftsentwicklung im Januar pessimistisch ausgefallen sind. Mittlerweile geht ein Viertel der Befragten von einer Verbesserung der Lage in den kommenden Monaten aus. Die Unternehmen rechnen mit moderaten Umsatzsteigerungen, wobei diese nach deren Einschätzung im Auslandsgeschäft geringer ausfallen werden als im Inland.
Unternehmensorienterte Dienstleister
Tourismus
Lage und Erwartungen: Tourismus
Die niederbayerischen Tourismusbetriebe bewerten ihre aktuelle Lage weniger positiv als bei der vergangenen Umfrage. Mittlerweile melden nur noch 31,5 Prozent einen guten Geschäftsverlauf, während der Anteil jener, die ihre derzeitige Situation als schlecht bezeichnen, auf 18,1 Prozent gestiegen ist. Vielen Hoteliers und Gastronomen hat die schlechte Witterung zu schaffen gemacht, die Gäste von einem Besuch in der Region abgehalten hat. Die Unternehmen berichten von rückläufigen Umsätzen bei Urlaubern und Geschäftsreisenden. Die Auslastung vieler Betriebe könnte zu dieser Jahreszeit besser sein.
Die Branche blickt aber deutlich zuversichtlicher in die Zukunft als zu Jahresbeginn. Mittlerweile erwarten 28,2 Prozent der Betriebe eine Verbesserung der Situation und nur knapp zehn Prozent gehen von einer Verschlechterung aus. Die Unternehmen des Tourismussektors rechnen mit steigenden Umsätzen im Urlaubergeschäft, während man bei den Geschäftsreisenden von einer stabilen Entwicklung ausgeht. Nach Einschätzung der Befragten werden die Kosten in den kommenden Monaten weiter steigen.
Tourismus
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