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Konjunkturumfrage

Bundesweit führen 80 Industrie- und Handelskammern dreimal jährliche eine Konjunkturumfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen durch. Erhebungszeiträume sind jeweils die Monate Januar, Mai und September. Befragt werden Unternehmen aller der IHK zugehörigen Wirtschaftszweige und aller Größenordnungen. Hauptfragen sind die Beurteilung der aktuellen Wirtschaftslage und die Erwartungen für die nahe Zukunft. Ergänzt werden diese Angaben beispielsweise durch Fragen nach den Aufträgen, der Kapazitätsauslastung, der Ertragslage, den Investitionen und den Beschäftigtenzahlen.

Auf dieser Seite präsentieren wir Ihnen den jüngsten Konjunkturbericht. Zum Vergrößern der Diagramme klicken Sie bitte einfach auf die Bilder. Die Ergebnisse des vergangenen Konjunkturberichtes vom September 2013 können Sie hier einsehen:

Hier finden Sie außerdem ein Archiv mit den gesammelten Konjunkturberichten der vergangenen zwei Jahre:

IHK-Konjunkturumfrage Januar 2014: Wirtschaft nimmt Fahrt auf

Nachdem die Konjunktur bereits im Herbst 2013 an Schwung gewonnen hatte, setzt sich dieser positive Trend zu Jahresbeginn fort und die Wirtschaft nimmt weiter an Fahrt auf. Der IHK-Konjunkturklimaindikator Niederbayern legt um knapp fünf Punkte zu und steht aktuell bei 128,4 Zählern. Damit liegt der Index weiterhin deutlich über seinem langfristigen Durchschnitt. Grund für den Anstieg sind die besseren Beurteilungen der aktuellen Geschäftslage durch die Unternehmen und der wachsende Optimismus hinsichtlich des weiteren Geschäftsverlaufs.

Die Weltwirtschaft verzeichnete in den vergangenen Monaten eine allmähliche Erholung. In den wichtigen Industrieländern hat sich die konjunkturelle Belebung langsam verfestigt und viele europäische Staaten kämpfen sich schrittweise aus der Rezession heraus. Das Wachstum in den Schwellenländern, insbesondere in China, fällt zwar nicht mehr so hoch wie in früheren Phasen aus, ist aber immer noch kräftig. Die exportorientierten Branchen in Niederbayern konnten von diesen Entwicklungen profitieren.

Deutlich stärker als die Ausfuhren hat in den vergangenen Monaten die Binnennachfrage zum Wachstum beigetragen. Der private Konsum hat auf hohem Niveau etwas zugelegt und die Investitionstätigkeit hat im Zuge der allgemeinen Konjunkturbelebung leicht zugenommen. Für die kommenden Monate ist mit einem weiteren moderaten Anstieg der Wirtschaftsleistung zu rechnen. Die Betriebe erwarten insgesamt Zuwächse im Inlands- und Auslandgeschäft. Risiken für die Konjunktur stellen weiterhin mögliche Verwerfungen an den globalen Finanzmärkten sowie erneut stark steigende Energie- und Rohstoffpreise dar.

IHK-Konjunkturklimaindikator Niederbayern
IHK-Konjunkturklimaindikator Niederbayern

Aktuelle Wirtschaftslage

Zu Jahresbeginn setzt sich der positive Trend bei der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage fort. Gegen Ende 2013 hat die konjunkturelle Dynamik nochmals an Schwung gewonnen. Daher bezeichnen etwas mehr Unternehmen als im Herbst ihre momentane Situation als gut, während der Anteil der schlechten Bewertungen leicht zurückgegangen ist. Rund die Hälfte der Betriebe ist mit der derzeitigen Lage zufrieden.

Die international gut aufgestellten niederbayerischen Firmen konnten sich auf den Weltmärkten behaupten und verzeichneten Zuwächse im Auslandsgeschäft. Die Unternehmen meldeten einen deutlichen Anstieg der Nachfrage aus Europa und dem asiatischen Raum. In China fallen die Wachstumsraten zwar nicht mehr so stark aus wie in den Hochphasen, im Vergleich zu den Industriestaaten sind sie dennoch beachtlich. Die Auftragsorder aus Nordamerika waren nach Angaben der Betriebe ähnlich hoch wie im Herbst.

Deutlich stärkere Impulse als vom Export kamen in den vergangenen Monaten von der Binnennachfrage. Dank nach wie vor guter Arbeitsmarktdaten, niedriger Inflationsraten und positiver Wachstumsaussichten hat der private Konsum auf hohem Niveau etwas zugelegt. Darüber hinaus haben sich die Unternehmensinvestitionen weiter stabilisiert und konnten zuletzt erneut ein wenig zum Wachstum beitragen.

Aktuelle Wirtschaftslage
Aktuelle Wirtschaftslage

Erwartete Wirtschaftslage

Nachdem die Einschätzungen hinsichtlich der weiteren Wirtschaftsentwicklung im Herbst vorsichtig optimistisch ausgefallen sind, blickt die niederbayerische Wirtschaft zu Jahresbeginn zuversichtlicher auf die kommenden Monate. Mittlerweile gehen mehr Betriebe von einer Verbesserung der Lage aus, während der Anteil der Pessimisten zurückgegangen ist.

Es ist davon auszugehen, dass die Weltkonjunktur in den nächsten Monaten schrittweise an Dynamik gewinnt. Daher sind die Perspektiven für den Export insgesamt relativ gut. In vielen EUStaaten hat eine schwache wirtschaftliche Erholung eingesetzt und die Eurozone scheint die Talsohle durchschritten zu haben. Obwohl die asiatischen Schwellenländer, insbesondere China, niedrigere Wachstumsraten als in den Hochphasen vorweisen, wird der dortige Anstieg der Wirtschaftsleistung voraussichtlich trotzdem noch deutlich über dem der Industriestaaten liegen. In den USA ist zwar in absehbarer Zeit mit weiterem Wachstum zu rechnen, dieses könnte aber durch die Konsolidierungsprozesse der öffentlichen und privaten Haushalte etwas gedämpfter ausfallen.

Darüber hinaus rechnen die Betriebe mit einem Anstieg der Binnennachfrage. Aufgrund weiterhin guter Arbeitsmarktdaten und positiver Konjunkturaussichten dürfte der private Konsum weiter anziehen. Ebenso mehren sich die Anzeichen, dass der Investitionsmotor etwas anspringt. Risiken für den Aufschwung bleiben nach wie vor eventuelle Turbulenzen an den Finanzmärkten sowie ein starker Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise. Sofern diese nicht zum Tragen kommen, ist für die absehbare Zukunft von einer Fortsetzung des positiven Wachstumstrends auszugehen.

Erwartete Wirtschaftslage
Erwartete Wirtschaftslage

Beschäftigungspläne

Von 2009 bis 2013 ist die Zahl der Beschäftigten in Niederbayern mit 9,6 Prozent stärker gewachsen als im bayerischen Durchschnitt, wo der Arbeitsplatzanstieg neun Prozent betrug. Allein für das vergangene Jahr beziffert sich der Beschäftigungszuwachs in der Region auf 1,9 Prozent. Gerade in der Industrie und bei den unternehmensnahen Dienstleistern wurden viele neue Arbeitsplätze geschaffen.

Für die kommenden Monate erwarten die niederbayerischen Unternehmen zwar insgesamt einen weiteren Anstieg der Wirtschaftsleistung, bei vielen sind aber die Kapazitäten noch nicht voll ausgelastet, sodass sich der Bedarf an zusätzlichen Mitarbeitern derzeit noch in Grenzen hält. Insofern ist der Anteil der Betriebe, die ihren Personalbestand aufstocken wollen, zunächst leicht auf derzeit 17,1 Prozent gestiegen. Demgegenüber sieht sich lediglich jedes zehnte Unternehmen gezwungen, in absehbarer Zeit Stellen abzubauen.

Insgesamt ist davon auszugehen, dass sich der Beschäftigungszuwachs moderat fortsetzt. Sobald sich der Aufschwung nachhaltig verfestigt beziehungsweise das Wirtschaftswachstum wieder stärker anzieht, wird sich das Problem, geeignete Fachkräfte in ausreichender Zahl zu finden, in vielen Branchen wieder verschärfen.

Beschäftigungspläne
Beschäftigungspläne

Investitionspläne

Nachdem die Investitionstätigkeit der Unternehmen seit 2012 eher zurückhaltend ausgefallen ist, hat sie gegen Ende des vergangenen Jahres wieder leicht zugenommen. Damit zeichnet sich allmählich eine Trendwende ab.

Der Anteil der Betriebe, die ihre Investitionsbudgets in naher Zukunft erhöhen wollen, ist im Vergleich zum Herbst nahezu unverändert geblieben. Dafür ist die Zahl jener, die weniger investieren möchten, leicht gesunken. Grund für diese Entwicklung ist, dass viele Firmen derzeit noch freie Kapazitäten haben. Erst wenn diese wieder voll ausgelastet sind und der Aufschwung auf festen Beinen steht, werden wieder mehr Anlagen und Ausrüstungen angeschafft werden.

Derzeit stellen Ersatzbeschaffungen mit rund 67 Prozent noch das wichtigste Investitionsmotiv dar. Kapazitätserweiterungen haben zwar seit der vergangenen Umfrage an Bedeutung gewonnen, spielen aber mit rund 26 Prozent der Nennungen aktuell noch keine so starke Rolle. Die Politik kann durch wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen und die Gewährleistung von Planungssicherheit einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass der Investitionsmotor wieder stärker anspringt.

Investitionspläne
Investitionspläne

Ergebnisse nach Branchen

Der Konjunkturbericht gliedert sich in unterschiedliche Branchen. Die Einzelergebnisse können Sie hier einsehen:

Industrie

Lage und Erwartungen: Industrie

Die Industrie erweist sich erneut als starkes Zugpferd für die Konjunktur. Die Betriebe beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage nochmals besser als im Herbst. Mittlerweile bewerten über 53 Prozent der Unternehmen die momentane Situation als gut, während lediglich 2,5 Prozent ihre Lage als schlecht bezeichnen.

Die stark exportorientierten niederbayerischen Industriefirmen berichten von einer Belebung des Auslandsgeschäfts. Vor allem aus den europäischen und asiatischen Ländern konnten die Auftragsorder weiter zulegen. Nach Angaben der Betriebe fielen in den vergangenen Monaten die Zuwächse der Binnennachfrage stärker aus als die der Ausfuhren. Entsprechend der Steigerung der Auftragsvolumina sind auch die Kapazitäten bei vielen Unternehmen wieder besser ausgelastet. Den Bestand an Fertigwaren wird von den Befragten überwiegend als normal bezeichnet.

Zu Jahresbeginn hat der Optimismus in der Industrie weiter zugenommen. Die Unternehmen gehen von weiteren Zuwächsen bei der In- und Auslandsnachfrage aus. Beim Export liegen die Hoffnungen in erster Linie auf besseren Geschäften mit Handelspartnern aus Europa und Asien. Die Betriebe befürchten aber auch, dass mit einer allgemein größeren Wachstumsdynamik auch die Energie- und Rohstoffpreise wieder stärker zulegen werden.

Lage und Erwartungen: Industrie
Lage und Erwartungen: Industrie

Einzelhandel

Lage und Erwartungen: Einzelhandel

Die niederbayerischen Einzelhändler beurteilen ihre aktuelle Lage wesentlich besser als bei der vergangenen Umfrage. Der Anteil der Unternehmen, die von einem guten Geschäftsverlauf berichten ist deutlich gestiegen. Optimistische Konjunkturerwartungen, nach wie vor gute Arbeitsmarktdaten und niedrige Inflationsraten sorgten für eine gute Stimmung bei den Verbrauchern. Aufgrund des positiven Konsumklimas und auch wegen des Weihnachtsgeschäfts haben die Einzelhandelsumsätze in den vergangenen Monaten wieder zugelegt.

Die Erwartungen der Unternehmen hinsichtlich der Entwicklung in der nahen Zukunft sind vorsichtig optimistisch. Im Zuge der Konjunkturbelebung wird sich der Arbeitsmarkt weiterhin robust entwickeln, mit dementsprechend positiven Effekten auf die Kaufkraft. Daher rechnen die Firmen mit moderaten Umsatzzuwächsen. Demgegenüber gehen sie aber auch von höheren Kostenbelastungen aus, was die Margen etwas drücken wird.

Ein Großteil der Einzelhändler will in absehbarer Zeit die Preise unverändert lassen, wobei sich mittlerweile etwas mehr Unternehmen gezwungen sehen, höhere Kostenbelastungen zumindest teilweise an die Kunden weiterzugeben.

Lage und Erwartungen: Einzelhandel
Lage und Erwartungen: Einzelhandel

Großhandel

Lage und Erwartungen: Großhandel

Der Großhandel beurteilt den Geschäftsverlauf nicht mehr ganz so günstig wie noch im Herbst. Der Anteil der Unternehmen, die ihre aktuelle Lage als gut bezeichnen, blieb zwar mit rund 41 Prozent nahezu konstant, dafür bewerten nun etwas mehr Firmen ihre Situation als schlecht.

Die Umsätze in der Branche konnten etwas zulegen, sowohl im Inlands- als auch im Auslandsgeschäft. Nach Angaben der Betriebe sind die Zuwächse dabei in erster Linie auf eine gestiegene Nachfrage zurückzuführen, Preiserhöhungen spielten eine eher untergeordnete Rolle. Zwei Drittel der Großhändler berichten von gestiegenen Kostenbelastungen.

Die Unternehmen blicken etwas zuversichtlicher als bei der vergangenen Umfrage in die Zukunft. In den kommenden Monaten erwarten die Firmen bei der Inlandsnachfrage mehr Dynamik, während sie von einem etwas geringeren Umsatzplus im Auslandsgeschäft ausgehen. Die Unternehmen kalkulieren mit höheren Kosten beim Wareneinkauf. Rund 60 Prozent der Großhändler planen daher in absehbarer Zukunft ihre Preise zu erhöhen.

Lage und Erwartungen: Großhandel
Lage und Erwartungen: Großhandel

Unternehmensorientierte Dienstleister

Lage und Erwartungen: Unternehmensorientierte Dienstleister

Bei den unternehmensorientierten Dienstleistern verlaufen die Geschäfte ähnlich gut wie im vergangenen Umfragezeitraum. Der Anteil der Firmen, die ihre Lage als positiv bezeichnen ist nahezu konstant geblieben und nur etwas mehr als im September sind mit ihrer momentanen Situation unzufrieden.

Die Unternehmen berichten von einem deutlichen Anstieg der Inlandsnachfrage. Auch die Geschäfte mit ausländischen Kunden florieren, wenngleich hier die Umsatzsteigerungen nicht so hoch ausgefallen sind wie auf dem nationalen Markt. Entsprechend der höheren Nachfrage bewerten die Betriebe ihre Auslastung überwiegend als gut.

Im Vergleich zur Herbstumfrage ist der Optimismus in der Branche leicht gewachsen. Die Zahl der Unternehmen, die in absehbarer Zukunft von einem besseren Geschäftsverlauf ausgehen, ist leicht gestiegen, während lediglich bei jedem zehnten Betrieb die Einschätzung der Perspektiven pessimistisch ausfällt. Während die Firmen mit unveränderten Umsatzzuwächsen im Inlandsgeschäft kalkulieren, erwarten sie eine etwas höhere Dynamik bei der Auslandsnachfrage. Die Dienstleister rechnen in den kommenden Monaten ebenfalls mit höheren Kostenbelastungen.

Lage und Erwartungen: Unternehmensorientierte Dienstleister
Lage und Erwartungen: Unternehmensorientierte Dienstleister

Tourismus

Lage und Erwartungen: Tourismus

Die niederbayerischen Tourismusbetriebe äußern sich zur aktuellen Situation nochmals positiver als im Herbst. Rund 43 Prozent sind mit ihrer momentanen Geschäftslage zufrieden und nur acht Prozent bezeichnen diese als schlecht.

Die amtlichen Daten weisen zwar für das Jahr 2013 bis einschließlich November einen leichten Zuwachs bei den Gästeankünften aus, jedoch zeigt sich parallel dazu ein Rückgang bei den Übernachtungen. Mit Blick auf die Statistik kann die Branche dennoch ein positives Resümee ziehen, wenn man die Ausnahmesituation des Juni-Hochwassers bedenkt, das auch in den Folgemonaten Gäste ausbleiben ließ. Auch die Umsatzentwicklung fiel etwas besser aus als im Herbst. Zudem berichten die Betriebe von einer gestiegenen Auslastung.

Die Erwartungen der Tourismusbetriebe fallen zu Jahresbeginn recht optimistisch und damit besser als noch vor ein paar Monaten aus. Diese Entwicklung ist vor allem darauf zurückzuführen, dass gerade einmal vier Prozent mit einem schlechteren Verlauf in der nahen Zukunft rechnen. Zudem ist die Anzahl an Optimisten mit knapp über 28 Prozent nahezu gleich geblieben. Hinsichtlich der Auslastung und Umsätze erwarten die befragten Branchenvertreter allerdings einen leichten Rückgang.

Lage und Erwartungen: Tourismus
Lage und Erwartungen: Tourismus