Dingolfing-Landau hat bei Regionalförderung Luft nach oben
Bericht zur Wirtschaftsförderung beim IHK-Gremium in Marklkofen
Die Unternehmerinnen und Unternehmer im IHK-Dingolfing-Landau mit ihrem Vorsitzenden Max Georg Graf von Arco auf Valley (rechts) sowie Gastgeber Benjamin Hieber (4. von links), IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner (2. von links) und den beiden Gästen Michael Prietsch (5. von links) und Sebastian Wimmer (7. von rechts).
© IHK Niederbayern
Über 35 Millionen Euro aus Mitteln der Regionalförderung sind im vergangenen Jahr an niederbayerische Unternehmen geflossen, für insgesamt 90 Investitionsmaßnahmen – aber lediglich zwei davon entfielen auf Betriebe im Landkreis Dingolfing-Landau. Das war eine zentrale Aussage im IHK-Gremium Dingolfing-Landau, das für seine Frühjahrssitzung bei der Firma Unterholzner Energielösungen in Marklkofen zusammengekommen ist. Hier bezog Michael Prietsch zu den unterdurchschnittlichen Zahlen Stellung, der Leiter des Bereichs Wirtschaftsförderung bei der Regierung von Niederbayern. „In diesem Landkreis wäre mehr möglich – es besteht durchaus noch Potenzial“, zeigte sich Prietsch überzeugt. Er erläuterte den Unternehmern die Breite der Fördermöglichkeiten, wenn es etwa um eine Erweiterung oder einen Umbau im Betrieb geht, um die Anschaffung neuer Maschinen oder Projekte im Bereich Energie. Möglich sind Zuschüsse von bis zu 20 Prozent. Bei Beantragung und Durchführung ist allerdings einiges zu beachten, insbesondere die sogenannte „Vorbeginnklausel“: Die Förderung muss unbedingt beantragt werden, bevor mit der eigentlichen Investition begonnen wird. Prietsch empfahl daher den Unternehmern, frühzeitig eine Beratung in Anspruch zu nehmen, etwa bei der IHK oder direkt bei der Regierung.
Der Austausch mit den Gremiumsmitgliedern machte deutlich: Die Möglichkeiten der Regionalförderung sind noch zu wenig bekannt. Hier wollen Regierung und IHK mit verstärkter Information und mehr Beratung ansetzen. „Wir unterstützen das, denn bei den Fördermitteln bleibt tatsächlich einiges auf der Strecke“, sagte dazu IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner. Er verwies auf die eigens geschaffene Stelle eines Fördermittelberaters bei der IHK, der den Unternehmen zur Seite steht. Der Gremiumsvorsitzende, IHK-Vizepräsident Max Georg Graf von Arco auf Valley, rief die Unternehmen dazu auf, solche Angebote zu nutzen. „Eine Förderberatung lohnt sich wirklich immer“, sagte Graf Arco und untermauerte das mit Erfahrungen aus dem eigenen Unternehmen.
Als zweiter Referent trat im Gremium Sebastian Wimmer auf. Er leitet das Sachgebiet Kreisentwicklung beim Landkreis Dingolfing-Landau. Wimmer stellte die Leistungen der Wirtschaftsförderung für die Region vor. Auch er betonte: „Das A und O ist das Beratungsangebot.“ Die Wirtschaftsförderung arbeite hier mit unterschiedlichen Stellen zusammen, unter anderem mit der IHK. Weitere Aufgabengebiete sind etwa das Standortmarketing, die Unterstützung bei Unternehmensgründung und Ansiedlung oder die Netzwerkarbeit. Wimmer sprach von einer „Lotsenfunktion“, die Wirtschaftsförderung und Regionalmanagement erfüllen sollen. IHK-Hauptgeschäftsführer Schreiner griff das auf und kam auf Bürokratie und Behördenabläufe zu sprechen: „Wenn die Unternehmen einen Lotsen erhalten, der sie bei ihren Themen zu den richtigen Stellen im Landratsamt bringt, ist das ebenfalls ein Gewinn“, lautete sein Appell.
Im Vorfeld der Sitzung gab Gastgeber und Gremiumsmitglied Benjamin Hieber Einblicke in sein Unternehmen. Das Besondere bei Unterholzner: Das Unternehmen kümmert sich nicht nur um neue Lösungen für große Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher oder intelligentes Energiemanagement – Unterholzner sichert auch die Wartung und den Betrieb bestehender Photovoltaikanlagen, die 20 Jahre oder älter sein können. Die Leistungen reichen dabei von der Bereitstellung von Ersatzteilen über Service und Reinigung bis zum detaillierten und umfangreichen Monitoring der Anlagen. Auch das „Repowering“ ist möglich. Dabei werden ältere Bestandsanlagen mit modernen, leistungsstärkeren Komponenten aufgewertet.