Welche Krisenformen gibt es?
Eine Unternehmenskrise ist nicht automatisch eine Liquiditätskrise, die das Unternehmen in die Insolvenz bringen kann. Im Alltag begegnen Sie folgenden Krisenformen:
- Strategiekrise (u. a. ausgelöst durch Führungsschwäche oder Fehlentscheidungen)
- Absatz- oder Produktkrise
- Erfolgskrise (z. B. Rückgang der Verkaufszahlen oder Aufträge)
- Stakeholderkrise* (u. a. Streitigkeiten zwischen Stakeholdern)
- Liquiditätskrise (fehlende finanzielle Mittel bis zur Insolvenz)
Stakeholder sind Personen oder Gruppen mit einem berechtigten Interesse an Ihrem Unternehmen; das können beispielsweise Kunden, Lieferanten, Investoren oder Mitarbeiter sein.
Bitte beachten Sie, dass Krisen klein anfangen und dann schnell anwachsen. Es ist unverzichtbar, jeder Krise aktiv zu begegnen, damit Sie nicht am Ende in eine Liquiditätskrise mündet.
Krisenkommunikation gehört fest in die Kommunikationspolitik jedes Unternehmens. Mit dem richtigen Vorgehen kann die PR-Abteilung viele Schwierigkeiten entschärfen und Ihnen den Rücken freihalten, bis Sie die Situation im Griff haben. Dabei ist es wichtig, immer gut vorbereitet zu sein. Nicht jedes Problem wird öffentlich, aber Prävention ist prinzipiell leichter zu bewerkstelligen als Intervention.
Hier stellen wir Ihnen einige Klassiker der Krisenthemen für Unternehmen vor:
- Insolvenz
- betriebsbedingte Kündigungen
- Umweltschutz
- Rückruf von Produkten
- Kritik an den Arbeitsbedingungen
- negative Kritik aus den sozialen Medien (Shitstorm)
Krisenkommunikation planen – so funktioniert es
Ähnlich wie Behörden sich auf Naturkatastrophen wie Stürme vorbereiten, sollten Unternehmer ihren Betrieb in guten Zeiten fit für die Krisenkommunikation machen. Stehen Sie erst unter Druck, gelingt es Ihnen kaum, schnell, souverän und umfassend zu informieren.
Folgende Punkte helfen Ihnen, gut vorbereitet zu sein:
- Bauen Sie ein stabiles Netzwerk zu den Medien auf. Halten Sie Kontakt zu Journalisten und pflegen Sie einen Account in den sozialen Medien.
- Planen Sie, wie Sie bei Bedarf Informationsmaterial zusammenstellen und veröffentlichen.
- Stellen Sie einen Krisenstab zusammen und teilen Sie jedem Mitarbeiter klar seine Aufgaben zu.
- Bestimmen Sie, wer die Öffentlichkeit, Lieferanten, Kunden, Mitarbeiter und Banken informiert.
Jedes KMU benötigt sowohl eine langfristig angelegte Strategie für die Risikokommunikation als auch ein maßgeschneidertes Konzept für die Krisenkommunikation.
Die Kommunikation in der Krise umsetzen
Die Phase nach Eintritt des Krisenfalls entscheidet darüber, ob Ihr Unternehmen die Situation unter Kontrolle behält oder ihr hilflos ausgeliefert ist. Bereits die ersten Reaktionen sind essenziell. Zwar verläuft jede Krise anders und hat andere Ursachen, doch für die Krisenkommunikation gelten feste Grundsätze:
- Schnelligkeit: Treten Sie aktiv und frühzeitig auf und überlassen Sie die Berichterstattung nicht unbeteiligten Dritten, die eigene Interessen verfolgen (etwa Auflage oder Follower in sozialen Medien zu generieren).
- Glaubwürdigkeit: Informieren Sie sachlich und transparent und halten Sie sich an die Wahrheit.
- Konsistenz: Gestalten Sie Ihre Krisenkommunikation einheitlich und koordinieren Sie die Veröffentlichungen. Melden Sie regelmäßig weitere Entwicklungen und den aktuellen Stand.
- Verständlichkeit: Halten Sie Ihre Ausführungen kurz und knapp und nutzen Sie eine bildhafte Sprache.
Über eine klare Krisenkommunikation stärken Sie das Vertrauen in Ihr Unternehmen und beruhigen die Gerüchteküche. Gleichzeitig haben die Art der Herangehensweise und die Sprache einen großen Einfluss auf die Wahrnehmung. Wer sich offensiv seinen Problemen stellt, ist vertrauenswürdig und hat nichts zu verbergen. Eine unkomplizierte Sprache verbessert nicht nur die Verständlichkeit. Eine in einfachen Worten geschilderte Krise wirkt weniger bedrohlich als eine verklausuliert beschriebene.