Bei all den getätigten Überlegungen zur Entwicklung digitaler Kompetenz im eigenen Unternehmen muss man unweigerlich auch die Frage stellen, ob man in der Lage ist sich ohne externe Hilfe von innen heraus zu erneuern oder ob es notwendig ist, externe digitale Kompetenz einzubinden. Punktuell und phasenweise kann es durchaus sinnvoll und zielführend sein, wenn externe Quellen genutzt werden, um digitale Kompetenz in das Unternehmen zu überführen. Denn es ist nun mal eine einfache Wahrheit, dass nicht jedes Unternehmen alles können kann und es ebenso wenig Sinn macht, für jede Neuerung und jeden Trend sofort eine Vielzahl neuer Stellen zu schaffen.
Selbstverständlich muss im Einzelfall entschieden werden, aber am Ende läuft es darauf hinaus, dass wir Partnerschaften aufbauen, Dienstleister für eine gewisse Zeit beschäftigen oder ein Start-Up in unser Unternehmen mit eingliedern. Im nachfolgenden Beschreiben wir diese drei Möglichkeiten konkret:
Möglichkeit I:
Grundsätzlich ist es ein Teil der digitalen Transformation, sog. Ökosysteme aufzubauen. Dabei geht es um die Idee, um das eigene Unternehmen herum ein Netzwerk an Unternehmen, Partnern und Experten aufzubauen, um auf diese Weise insgesamt leistungsfähiger zu sein.
Dabei kann es sogar Sinn machen, wenn zwei oder mehr Konkurrenten sich dazu verständigen, eine Partnerschaft einzugehen, da sie jeweils allein nicht die nötigen Ressourcen hätten, um eine neue Geschäftssparte aufzubauen. Ein Beispiel aus der nahen Vergangenheit findet man in der Automobilbranche: Daimler und BMW legten ihre Ressourcen zusammen und kombinierten ihre jeweiligen Car Sharing Dienste. Die Intention einer solchen Zusammenarbeit kann, neben finanziellen und strategischen Gründen, eben auch auf dem Ziel basieren, benötigtes Wissen zwischen beiden Unternehmen auszutauschen und zu erweitern.
Möglichkeit II:
Die zweite Option, digitale Kompetenz von außen einzubinden, erfolgt über das Engagieren von meist spezialisierten Dienstleistern. Sei es als reine Unternehmensberater, welche über ganz spezielles Wissen verfügen oder über echte Umsetzer, die im relevanten operativen Geschäft eingesetzt werden: Dienstleister haben den nennenswerten Vorteil, dass sie sozusagen nach Bedarf zu- und abgebucht werden können. Darüber hinaus bieten externe Dienstleister den Vorteil, offener und neutraler, ohne die sog. “Scheuklappen”, auf zu lösende Probleme schauen zu können. Es gilt: Nutzen Sie externe Ressourcen zielorientiert und zeitlich beschränkt. Sie sollten vor Projektbeginn präzise und realistische Ziele definieren, wie z.B. die Erarbeitung eines klar definierten Schulungskonzeptes für Ihren Vertrieb oder eine E-Learning Software, um Mitarbeitende zukünftig selbst schulen zu können. Darüber hinaus gilt es im Vorfeld zu klären, welche ihrer Mitarbeitenden die zentralen Ansprechpartner für die Dienstleister sind und wie Prozesse zur Eingliederung der gewonnen Erkenntnisse in ihr Unternehmen aussehen sollen.
Möglichkeit III:
Die dritte Option zum Aufbau digitaler Kompetenz durch externe Impulse könnte auch die enge Zusammenarbeit oder sogar die Eingliederung eines jungen Unternehmens (Startups) sein, um sich für einen bestimmten Bereich digitale Kompetenz in das eigene Unternehmen zu holen. Ebenso wäre es auch denkbar, ein eigenes Start-Up zu gründen, welches dann später als neue Abteilung in die Firma überführt werden kann. Ein derartiges Vorgehen erlaubt es, einen geschützten Raum zu schaffen, wo eine neue digitale Unternehmenskultur heranwachsen kann, ohne zu sehr vom Bestandsunternehmen beeinflusst zu werden.