Wie kann mit Mitarbeitenden umgegangen werden, die sich schwerer tun, sich weiterzuentwickeln
Teilweise tendieren Verantwortliche in Unternehmen dazu, Personen, die sich weniger offen für das Lernen zeigen als "faul" oder unmotiviert abzustempeln. Es gibt auch genügend Stereotypen, die uns einfallen können, wenn man sich Mitarbeitende vorstellt, die sich partout nicht weiterentwickeln möchten. In manchen Fällen entspricht dies sicher auch der Realität und es gibt Mitarbeitende, die kein oder weniger Interesse oder Motivation zur Weiterentwicklung verspüren.
Allerdings wäre es viel zu kurz gegriffen grundsätzlich von einem negativen Menschenbild auszugehen. Daher sollten diese Fälle genauer geprüft werden und überprüft werden, was der Grund für die Ablehnung oder den Widerstand ist.
In einem ersten Schritt gilt es herauszufinden, welche Faktoren den Willen oder die Motivation der Person dazu verleiten nicht lernen zu wollen. Häufig sind es grundsätzliche Ängste vor der Zukunft und der Veränderung, oder Ängste bei etwas Neuem zu versagen, die schließlich das Lernen unterbinden. Ebenso kann es auch schlicht und einfach an der notwendigen Zeit zum Lernen liegen, da das Tagesgeschäft schon so viel Druck verursacht. Genauso kann es sein, dass Menschen nie wirklich gelernt haben etwas Neues zu lernen und somit auch nie Freude am Lernen entwickeln. Anhand dieser Faktoren wird deutlich, dass die Etablierung einer Lernkultur mit vielen Fragen des Change Managements verbunden ist. Wenn Lernen zur Normalität in einem Unternehmen werden soll, gilt es bei vielen offenen Fragen etwas tiefer zu bohren, um die eigentlichen Probleme zu erkennen. Erst wenn man nach Gesprächen von einer aktiven und bewusst negativen Haltung gegenüber der Veränderung ausgehen muss, gilt es über alternative Handlungsoptionen nachdenken. In allen anderen Fällen ist es eine wichtige Führungsaufgabe, die möglichen Hindernisse zu bearbeiten. Trauen Sie sich über intrinsische Motivation zu sprechen und diese Aspekte in Planungen und Strategien bewusst zu integrieren. Versuchen Sie extrinsische Motivation (wie z.B. mehr Belohnung, also Bezahlung) nur maßvoll einzusetzen.
Und eines gilt immer: Zeigen Sie Ihrem Gegenüber stets alle Zukunftsoptionen auf. Was wird durch das Lernen erreicht? Welche Entscheidungsoptionen hat man auf seinem Weg? Und was passiert in letzter Konsequenz, wenn man sich der Veränderung komplett verweigert.