Vernetzen, ermutigen, austauschen, sichtbar sein!
Fast 100 Unternehmerinnen, weibliche Führungskräfte und Gründerinnen von Landshut bis Freyung-Grafenau und von Straubing bis Eggenfelden trafen sich in Passau zur Auftaktveranstaltung des neuen Frauennetzwerkes Business Women der IHK Niederbayern.
Die IHK-Vizepräsidentinnen Katharina Venus und Michaela Baumgartner betonten in ihren einführenden Worten, dass es gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Situation kaum Wichtigeres gibt, als gut vernetzt zu sein. Nur 30 Prozent aller Führungspersonen im IHK-Bezirk Niederbayern seien Frauen. „Vorbilder und ein starkes Netzwerk sind deshalb umso wichtiger“, so Katharina Venus. Auch Michaela Baumgartner betonte, dass großer Handlungsbedarf besteht und ehrenamtliches Engagement wie für die IHK gebraucht werde, um wirtschaftlich stark zu bleiben. Eine Pionierin im Sportmanagement ist Gaby Sennebogen von der Straubing Tigers GmbH & Co. KG, einem Profi-Eishockeyteam. Sie ist die einzige Frau, die einen DEL-Club führt, und das extrem erfolgreich. Der Zufall führte sie einst als Fan der Sportart an die Bande, aber das richtige Händchen zur rechten Zeit, große Diplomatie und Verhandlungen fernab von Machtpoker und schlichtem Kräftemessen haben ihr zu einer besonderen Position auch innerhalb der DEL-Verantwortlichen verholfen. „Ich habe mir Respekt verschafft, denn ich bin immer noch da, während andere schon wieder weg sind. Und für mich gilt: Konkurrenz ist ok, aber wir haben doch alle die gleichen kaufmännischen und steuerlichen Themen, da zählt schlicht sachliche Zusammenarbeit“, betonte Gaby Sennebogen.
Unternehmerinnen machen jungen Frauen mut: Es gibt keinen Grund für Selbstzweifel
Im anschließenden Podiumsgespräch berichteten Katharina Venus, Mitglied der Geschäftsleitung des Tonwerks Venus in Schwarzach, und Carmen Schnupp, Bauingenieurin und Geschäftsführerin der Schnupp Hydraulik aus Bogen, von ihren Anfängen als Unternehmerinnen. Beide hatten es mit Vorurteilen und Klischees in der Zusammenarbeit mit Männern zu tun. Ähnlich wie Gaby Sennebogen hatten sie zunächst Selbstzweifel – „Kann ich das? Schaffe ich das?“ Dazu kam, dass Frauen in Führungspositionen unterschätzt werden. Heute leiten beide einen Familienbetrieb und sind inzwischen als kompetente Ansprechpartnerinnen in Branchenkreisen hoch anerkannt. Venus und Schnupp zeigten sich daher begeistert vom bundesweiten IHK Aktionsplan „Werde Unternehmerin!“, um Mädchen und auch junge Frauen für die Wirtschaft zu begeistern.
Julia Arnold von der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) in Berlin bestätigte: „Es ist wie Autofahren: Unternehmertum klappt manchmal erst dann, wenn‘s schon mal gerumpelt hat.“
"Business Women" sind eingebunden in bundesweitem Netzwerk
Die IHKs führen regional und bundesweit gemeinsam Maßnahmen durch, von Grundschul-Workshops wie mit dem spielerisch Aufbau einer Firma, über die bekannten Projekte Girls‘Day und „Ich werde Chefin“ bis hin zu Unternehmensnachfolge-Events konkret für Frauen. Auch in der politischen Interessenvertretung seien Frauen national und international gefragt, bei Delegationsreisen oder digitalen Austauschtreffen mit Speakerinnen aus dem Ausland.
49 von 79 IHKs in Deutschland haben ihr Unternehmerinnennetzwerk schon gestartet, Niederbayern war nun die Nummer 50 und das große Interesse spricht für sich. Christina Siegl, Projektverantwortliche bei der IHK Niederbayern, sammelte im anschließenden offenen Netzwerk die zahlreichen Themenideen der Gäste für die weiteren Treffen ein von KI bis Unternehmensführung.
„Vernetzen, ermutigen, austauschen und sichtbar sein für den Erfolg der niederbayerischen Wirtschaft“, lautet ab sofort die Botschaft. Themen gibt es jedenfalls genug für die Folgeveranstaltung der Business Women Niederbayern am 12. Mai.