Straße als Rückgrat unserer Verkehrswege
Die Straße bleibt das Rückgrat unserer Verkehrswege. Rund 70 Prozent des bundesweiten Güterverkehrs entfallen derzeit auf die Beförderung mit dem Lkw, 17 Prozent auf die Schiene und rund 13 Prozent auf das Binnenschiff. Die Straße bleibt auch nach den aktuellen Prognosen der Verkehrsträger mit den höchsten Anteilen am Gesamtverkehr. Dies gilt für Niederbayern als Flächenregion im besonderen Maße.
1. Neubaumaßnahmen
a) A 94 Pocking (Anschlussstelle A 3) – München
Die durchgehende Fertigstellung der Strecke stellt die von der Wirtschaft seit Jahrzehnten geforderte Anbindung des südlichen Kammerbezirkes an den Großraum München und das überregionale Autobahnnetz dar. In den letzten Jahren konnten erfreuliche Fortschritte in der Umsetzung erzielt werden. Dringend notwendig ist aber die Realisierung der Planungen in Niederbayern im Raum Marktl – Simbach – Prienbach – Kühstein, sowie im Bereich Malching – Kirchham – Pocking. Erst mit der durchgängigen Fertigstellung und der Anbindung an die Autobahn A 3 bei Pocking wird die Strecke für die ansässige Wirtschaft ihre volle Wirksamkeit erreichen.
b) B 15neu Regensburg – Landshut – Rosenheim
Die bedeutende Nord-Süd-Magistrale soll im Endausbau die Autobahnen A 3, A 93, A 92, A 94 und A 8 verbinden. Mittlerweile ist die Strecke ab Saalhaupt bis Ergoldsbach fertig gestellt. Der weitere Abschnitt bis Essenbach ist derzeit im Bau.
Neben ihrer allgemeinen Erschließungsfunktion für den gesamten Raum könnte die wichtige Maßnahme als leistungsfähige Umfahrung der Stadt Landshut zu einer erheblichen Entlastung vom innerstädtischen Durchgangsverkehr beitragen. Nach einer Befragung der Unternehmen durch das IHK-Gremium Landshut stufen über 90 Prozent der Betriebe die Maßnahme als wichtig ein und sprechen sich somit für eine durchgehende Fertigstellung aus.
Bislang sind mögliche Trassierungen unterschiedlichen Dringlichkeitsstufen zugeordnet, die konkrete Planungen in Teilbereichen erst gar nicht zulassen. So fehlt bislang ein Gesamtkonzept, das den ansässigen Unternehmen, Kommunen und den Menschen auch nur mittelfristig eine Perspektive und vor allem Planungssicherheit mit Blick auf eine durchgehende Umsetzung eröffnen würde.
2. Ausbaumaßnahmen
a) A 3 – durchgängiger sechsspuriger Ausbau notwendig
Die Bundesautobahn A 3 zählt zu den wichtigsten Autobahnen in Deutschland mit europäischer Relevanz. Sie verläuft von der niederländischen Grenze bis zur österreichischen Innkreis-Autobahn am niederbayerischen Grenzübergang Pocking/Suben.
Der weitere Ausbau der bedeutenden West-Ost-Magistrale ist von besonderer Bedeutung. Der Verkehr auf der A 3 hat mit der Erweiterung der Europäischen Union, aber auch mit der guten wirtschaftlichen Entwicklung in der Türkei, erheblich zugenommen. Die Autobahn trägt - bei einem überproportional hohen Lkw-Anteil - die Hauptlast der Verkehrsströme Richtung Österreich und weiter in die Staaten Süd- und Osteuropas.
b) B 11 Deggendorf – Bayerisch Eisenstein
Die Bundesstraße B 11 stellt als Europastraße die nördliche Verlängerung der Autobahn A 92 in Richtung München mit zentraler Erschließungsfunktion für den gesamten Mittleren Bayerischen Wald dar. Ein bedarfsgerechter Ausbau unterstützt die dringend notwendige Verbesserung der Anbindung des Landkreises Regen an das überregionale Fernstraßennetz, als auch nach Tschechien. Neben dem Ausbau der B 85 ist die B 11 die bedeutendste Infrastrukturmaßnahme in der Erschließung des Bayerischen Waldes.
Für eine verbesserte Leistungsfähigkeit sind insbesondere folgende Maßnahmen erforderlich: Verlegung Deggendorf – Grafling, Ausbau Grafling – Gotteszell, Ortsumgehung Ruhmannsfelden, Verlegung bei Schweinhütt, sowie eine Ortsumgehung Bayerisch Eisenstein. Auf tschechischer Seite ist ein weiterer Ausbau der Straße I/27 in Richtung Klatovy/Pilsen notwendig.
c) B 12 Passau – Grenzübergang Philippsreut - weiterer abschnittsweise dreistreifiger Ausbau notwendig
Die B 12 stellt die wichtigste Anbindung des nördlichen Landkreises Passau und des Landkreises Freyung-Grafenau an das Oberzentrum Passau dar. Gleichermaßen ist sie die Verbindung dieses Raumes nach Südböhmen. Eine weitere Ertüchtigung der Strecke durch einen abschnittsweisen dreistreifigen Ausbau ist erforderlich. Im Übrigen setzt sich die Wirtschaft auch für eine leistungsfähige Fortführung der Strecke auf tschechischer Seite ein. Dies gilt insbesondere für den Neubau der Schnellstraße R 4 in Richtung Prag/Budweis.
d) B 20 – Furth im Wald/Cham – Straubing - Freilassing
Die Bundesstraße ist neben der B 15neu die wichtigste Nord-Süd-Verbindung in Niederbayern mit erheblicher Bedeutung für den regionalen Wirtschaftsverkehr. Auch als überregionale Anbindung nach Tschechien und Österreich spielt sie eine wichtige Rolle. Die Strecke verbindet die Autobahnen A 3 – A 92 – A 94 und führt über den Grenzübergang Furth im Wald in den Großraum Pilsen sowie über Freilassing in Richtung Salzburg. Notwendig ist insgesamt ein vierspuriger Ausbau der Strecke in Niederbayern zwischen Landau und Straubing (A 3) und weiter in Richtung Cham. Bereits in Planung befindliche Ausbaumaßnahmen in Niederbayern im Bereich Gumpersdorf und Falkenberg sind umzusetzen.
e) B 85 Passau – Regen – Cham
Die Bundesstraße B 85 verbindet in West-Ost-Richtung die grenznahen Landkreise Regen und Freyung-Grafenau mit Passau und Cham sowie über die B 11 mit dem Oberzentrum Deggendorf - Plattling. Die Leistungsfähigkeit der Strecke ist, wie auch die Bundesstraße B 11, für den Wirtschaftsverkehr insgesamt von erheblicher Bedeutung. Insbesondere folgende Maßnahmen sind erforderlich: Ausbau der Kreuzung zur Staatsstraße 2139 bei Viechtach und der Ausbau westlich Ayrhof (3. Fahrstreifen) zwischen Patersdorf und Viechtach.
3. Lückenschlüsse und Ortsumfahrungen
a) B 299 – Ortsumfahrung Weihmichl/Neuhausen
Die noch bestehenden Ortsdurchfahrten zwischen Neustadt an der Donau und Landshut sind vom Durchgangsverkehr erheblich betroffen. Angesichts des hohen Verkehrsaufkommens und des vergleichsweise hohen Schwerlastanteils ist eine Realisierung der Ortsumgehungen von besonderer Bedeutung.
b) B 388 - Nordumfahrung der Stadt Passau – und weiterer Ausbau
Seit vielen Jahren wird über eine leistungsfähige, nördliche Umfahrung der Stadt Passau zur Entlastung des innerstädtischen Durchgangsverkehrs, wie auch für eine bessere Anbindung des östlichen Landkreises Passau an das überregionale Verkehrsnetz, diskutiert. Diese ist aus Sicht der Wirtschaft dringend erforderlich. Außerdem sind Ortsumfahrungen von Wegscheid und Untergriesbach sowie ein weiterer Ausbau im Raum Eggenfelden und Pfarrkirchen erforderlich.
c) B 533 Hengersberg – Freyung
Die Bundesstraße B 533 führt von der Anschlussstelle Hengersberg an der Autobahn A 3 nach Freyung zur B 12. Sie ist Teil einer notwendigen, verbesserten Anbindung des östlichen Landkreises Regen und des Landkreises Freyung-Grafenau an das überregionale Autobahnnetz. Schwerpunkte sind die Schaffung einer Ortsumgehung Auerbach und ein Ausbau zwischen Hohenthann und Grafenau.