„Auf geht’s! Am besten gestern.“

Wenn Blumentöpfe „reden“, humanoide Roboter durch den Raum schreiten und Designerlampen Schicht für Schicht aus dem 3D-Drucker wachsen, dann befindet man sich in der Welt von Florian Weichselbaumer und der LabLand GmbH in Passau.

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Sebastian Vesper, Marko Topic und Florian Weichselbaumer (von links) haben sich der Digitalisierung verschrieben.

Florian Weichselbaumer, ursprünglich Kommunikationsdesigner, war lange als Fotograf, Videograf und Konzepter tätig. Heute gilt er in der Robotik-Szene als außergewöhnliche Schnittstelle zwischen Kreativwirtschaft und Hightech. „Nach Corona musste ich mich unternehmerisch neu sortieren – und ich war von Anfang an KI-Enthusiast“, erzählt er. Seit 2021 verfolgt er die rasante Entwicklung der Technologien, pflegt inzwischen enge Kontakte nach China und Indien und treibt die Idee voran, klassische Produktionsprozesse radikal neu zu denken.

Sein Credo lautet: „Wir leben bereits in der Zukunft.“ „Wir“ – das sind er und die anderen beiden Geschäftsführer von LabLand, Sebastian Vesper und Marko Topic, sowie ein kleines internationales Team, das KI, Machine Learning, Robotik und 3D-Druck zu einem visionären Gesamtkonzept verwebt. Der Schwerpunkt liegt auf humanoiden Robotern: „Die Roboter laufen mit unserer eigenen Programmierung. Unsere chinesischen Partner vertrauen uns mittlerweile ihre Hardware an – und wir bringen die Systeme dazu, zu denken, zu reagieren und mit uns zu interagieren“, erklärt Weichselbaumer.

Parallel zur intensiven Entwicklungsarbeit entstehen im LabLand Produkte, bei denen sich künstlerischer Anspruch, wirtschaftliche Effizienz und technologische Innovation elegant verbinden. Ein Gastronomiebetrieb orderte maßgeschneiderte eigene Deko- und Gebrauchsgegenstände
samt komplett KI-generiertem Imagefilm zum Unternehmen und ein Baumarkt ließ ein neues Spezialwerkzeug entwickeln und direkt im 3D-Druck fertigen. „Der 3D-Druck ist ein starker Geschäftsbereich geworden. Wir produzieren Kleinserien, drucken bis zu 1,60 Meter mal 1 Meter und liefern schnell“, so Weichselbaumer. Die verwendeten Materialien sind dabei robust und umweltfreundlich. Das Motto „Wir sehen, was du nicht siehst“ wird bei LabLand unmittelbar spürbar. So spricht das Team über carbonverstärkte CO₂-Atmer, cybersichere Software-Anwendungen für Notariate – und eben über humanoide Roboter, deren Fähigkeiten das Alltagsverständnis von Technik bereits heute übersteigen. „Wir bieten auch Innovationsmanagement und Consulting an und unterstützen andere Unternehmen dabei, die nächsten Stufen in die Zukunft zu nehmen um die Herausforderungen anzupacken, die es künftig zu meistern gilt“, sagt Weichselbaumer. LabLand ist exzellent vernetzt und in Passau wurde eine Art Test-Facility geschaffen. Dabei geht es in erster Linie um Grenzerweiterung. „Wir wollen gemeinsam die alten Ketten sprengen“, so Weichselbaumer.

Mit wachsender Sorge beobachtet das Team, wie Deutschland den Anschluss an andere Tech-Nationen zu verlieren droht. „Wir müssen vom Joggen in den Sprint wechseln und erkennen, dass dank der Technik inzwischen nahezu alles möglich ist – sogar wenn man allein mit seinem Laptop in der Wüste sitzt. Auf geht’s! Am besten gestern.“

Artikelnr: 271835