DIHK-Konferenz zu Sicherheit und Verteidigung
Wie stark Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zusammenhängen, wurde bei der Konferenz „Sicherheits- und Verteidigungspolitik als Standortfaktor – Herausforderungen und Chancen für Wirtschaft und Staat“ im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin deutlich. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und der Bundeswehr diskutierten unter anderem über eine Neuausgestaltung des Wehrdienstes und Verteidigung als Gemeinschaftsaufgabe. DIHK-Präsident Peter Adrian brachte die gemeinsame Aufgabe klar auf den Punkt: „Sicherheit ist nicht nur militärisch, sondern gesamtstaatlich und gesamtgesellschaftlich zu organisieren – mit einer resilienten Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung.“
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius stimmte Adrian zu und betonte die sicherheitspolitische Verantwortung Deutschlands in einer zunehmend instabilen Weltordnung: „Sicherheit war in Deutschland lange etwas Selbstverständliches und stille Voraussetzung für alles Alltägliche. Heute ist Sicherheitspolitik kein Randthema mehr.“ Eine gute Zusammenarbeit von Wirtschaft und Politik sei ausschlaggebend, denn: Ohne eine starke leistungsfähige Wirtschaft gebe es keine glaubwürdige Verteidigungsfähigkeit. Für Rainer Kambeck, Bereichsleiter Wirtschafts- und Finanzpolitik, Mittelstand, spielt insbesondere die Kooperation in puncto Ausbildung eine elementare Rolle: „Wir brauchen einen deutlich flexibleren Austausch – Qualifikationen aus der Bundeswehr müssen in der Wirtschaft anerkannt werden, und umgekehrt.“
IHK-Forderung erfüllt: Einheitliche Strompreiszone bleibt
Das Bundeswirtschaftsministerium hat mit dem „Aktionsplan Gebotszone 2025“ entschieden, an der einheitlichen deutsch-luxemburgischen Stromgebotszone festzuhalten. Eine Aufteilung der Strompreiszone wird abgelehnt, da sie aus Sicht der Bundesregierung die Investitionsunsicherheit erhöhen, regionale Strompreisunterschiede verursachen und die Wirtschaftlichkeit von Erzeugungsanlagen beeinträchtigen sowie komplexe industriepolitische Folgen nach sich ziehen würde. Eine Studie der Regulierungsbehörde Acer hatte eine Aufteilung Deutschlands in fünf Gebotszonen empfohlen. Neben der Bundesregierung lehnt auch eine breite Mehrheit der beteiligten Akteure – darunter Länder, Übertragungsnetzbetreiber, Industrie, Gewerkschaften und die Energiewirtschaft – eine Aufteilung der deutsch-luxemburgischen Gebotszone ab.
Entsprechend hat sich die IHK-Organisation stets positioniert (darunter auch die Vollversammlung der IHK Niederbayern) und sich in Veranstaltungen, Positionspapieren sowie politischen Gesprächen gegen eine Aufteilung der einheitlichen deutsch-luxemburgischen Stromgebotszone ausgesprochen. Als Alternative zu einer Aufteilung der Stromgebotszone spricht sich die Monopolkommission für regionale und dynamische Netzentgelte aus. Dies ist eine Position, die auch die DIHK vertritt, um mehr Wettbewerb und lokale Investitionsanreize in der Energiepolitik zu ermöglichen.