Energieverbrauch gesenkt, Energieeffizienzziele erreicht – Wirtschaft um 9 Prozent geschrumpft?
Manchmal muss man drastisch formulieren, um gehört zu werden. Das ist kürzlich der DIHK gelungen. Denn zum Energieeffizienzgesetz (EnEfG), das die Bundesregierung gerade überarbeitet, hat die DIHK eine sehr prägnante Rechnung aufgestellt, aufgegriffen von der Bild-Zeitung und dann von zahlreichen weiteren Medien. „Unter Fortschreibung des bisherigen Effizienztrends und bei strikter Einhaltung des vorgegebenen Ziels ergäbe sich, dass Deutschlands Wirtschaftsleistung bis 2030 um knapp neun Prozent im Vergleich zu 2024 schrumpfen müsste. Kurz gesagt: Bleibt es bei dem starren Ziel, gefährdet das die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes und unseren Wohlstand“, so DIHK-Präsident Peter Adrian. Genau diese starre Vorgabe ist aus Sicht der DIHK der zentrale Konstruktionsfehler. Für die Einhaltung dieses Reduktionsziels ist der Staat verantwortlich – und das wird dann brisant, wenn hier eine staatliche Mengensteuerung durchgesetzt werden soll. Energieeffizienz ist richtig und wichtig, sie liegt im ureigenen Interesse der Unternehmen und wird in den Betrieben seit Jahrzehnten vorangetrieben. „Nationale Endenergieeinsparziele, wie sie die Bundesregierung festschreiben will, sind aber in dieser Ausgestaltung weder notwendig noch zielführend. Stattdessen könnte ihre Durchsetzung erhebliche Konsequenzen für das Wirtschaftswachstum haben“, warnt der DIHK-Präsident. „Man kann den Energieverbrauch übrigens auch senken, indem man einfach die Produktion stilllegt. Ironie beiseite: Das kann natürlich nicht das Ziel sein – ganz im Gegenteil: Eine effektive Klimapolitik sollte den Unternehmen die Transformation verlässlich ermöglichen, statt auf starre Energieeinsparziele zu setzen“, so Adrian weiter.
„Was also ist der Gegenvorschlag? Eine Energieeffizienzpolitik, die konsequent auf marktwirtschaftliche Anreize und betriebliche Umsetzung fokussiert. Deutschlands Wirtschaft braucht Technologieoffenheit, verlässliche Investitionsbedingungen und schnellere Genehmigungen. Unternehmen sollten für nachweisbare betriebliche Effizienzfortschritte belohnt werden. Und ganz wichtig: Wir sollten die EU-Vorgaben 1:1 umsetzen und nicht noch per Gold-Plating erschweren.“