Straßen, Brücken und Start-ups im Fokus
IHK-Gremium im INN-KUBATOR zu Gast – Austausch mit Staatlichem Bauamt
Die Unternehmerinnen und Unternehmer im IHK-Gremium Passau mit ihrem Vorsitzenden Thomas Leebmann (1. Reihe rechts), dem Referenten Dr. Stephan Stroh vom Staatlichen Bauamt (hintere Reihe rechts), Tamara Schneider, Netzwerkmanagerin beim INN.KUBATOR (1. Reihe, 2. von links) sowie Vertretern der IHK .
© IHK Niederbayern
Ob es um Logistik geht, Lieferungen oder die Mobilität der Mitarbeiter – Unternehmen sind auf gute Verkehrswege angewiesen. Die Unternehmer im IHK-Gremium Passau haben sich daher für ihre Sitzung im INN.KUBATOR Dr. Stephan Stroh als Gast und Referent geladen, Bereichsleiter Straßenbau am Staatlichen Bauamt Passau. Der Vorsitzende des Gremiums, IHK-Präsident Thomas Leebmann, betonte ihm gegenüber die Bedeutung des Themas: „Wir in der Wirtschaft sind von den Brücken und von der Straßeninfrastruktur insgesamt abhängig. Und dass diese Infrastruktur nicht überall im besten Zustand ist, das wissen wir alle.“
Stroh zeigte anhand vieler Verkehrsprojekte in der Region, dass Erhalt, Sanierung und Ausbau der Infrastruktur eine komplexe Aufgabe sind. Etwa mit Blick auf die fast 1.400 Brückenbauwerke in der Zuständigkeit des Bauamts: „Die Brücken kommen jetzt in die Jahre. Und die daraus folgenden Probleme sehen wir unter anderem in Passau“, räumte Stroh ein. Aktuelles Beispiel: die Schanzlbrücke. Beim Bau sei sie für 20.000 Fahrzeuge pro Tag ausgelegt worden – heute sind es 40.000 und mehr. Hinzu kommt eine Besonderheit in der Konstruktion: Da in der Brücke viel Stahl verbaut wurde, der Temperaturen gut leitet, müsse im Winter besonders viel Salz aufgetragen werden. „Und knapp 60 Jahre Salzeintrag hinterlassen ihre Spuren“, verdeutlichte Stroh. Das Bauamt werde die Brücke „am Leben erhalten“, wie er es formulierte, ein „Dresden 2.0“, also einen Einsturz der Brücke, werde es nicht geben. Doch dafür seien umfangreiche Arbeiten notwendig, mit entsprechenden Einschränkungen: „Wir werden Verkehrseingriffe brauchen, weil es gar nicht anders geht“, kündigte Stroh an. Der Königsweg sei für ihn allerdings der Neubau, denn: „Jede Brücke, die gebaut wird, ist Gold wert für den Verkehr.“ Daher sei er froh, dass die Politik endlich den Bedarf für eine zusätzliche Brücke in der Racklau erkannt habe – auch wenn es bis zu einer Realisierung noch ein weiter Weg sei. Im Gremium stieß Stroh bei diesem Projekt auf breite Zustimmung. Das sei wichtig, betonte Stroh, denn: „Straßen bauen kann man nur dann, wenn alle an einem Strang ziehen.“
„Meet the Start-ups“ war anschließend das Motto für den zweiten Teil der Sitzung im INN.KUBATOR, dem Passauer Standort des Gründerzentrums Digitalisierung Niederbayern. Netzwerkmanagerin Tamara Schneider erläuterte den Gremiumsmitgliedern Organisation und Aufgaben des Gründerzentrums. Nur noch wenige Räume im INN.KUBATOR sind unbelegt. Elf Start-ups haben derzeit hier ihren Sitz und werden vom Team des Gründerzentrums beim Wachstum unterstützt. Mit synsugar und NewTravel stellten sich zwei dieser jungen Unternehmen dem Gremium vor. Voraussetzung für einen Sitz im Gründerzentrum ist ein innovatives und digitalisiertes Geschäftsmodell – beides erfüllen diese Unternehmen beispielhaft. NewTravel bringt wenig digitalisierte Spezialreiseanbieter mit großen Reisebüros und -plattformen zusammen – optimiert und verarbeitet mittels Künstlicher Intelligenz. Künstliche Intelligenz ist auch das Thema bei synsugar. „Wir bringen KI in den deutschen Mittelstand“ ist Motto und Anspruch des jungen Unternehmens, das sich auf individuelle Firmenlösungen für Datenverarbeitung und Dokumentenmanagement spezialisiert hat.