Weniger Regulierung und Bürokratie: Nur so kann die Energiewende gelingen
Alexander Schreiner, Hauptgeschäftsführer der IHK Niederbayern, zieht aus dieser Analyse dieselben Rückschlüsse wie die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK): „Die Energiewende ist ebenso sinnvoll wie notwendig und wird daher von unseren Betrieben mitgetragen und aktiv gestaltet. Die Energiewende funktioniert aber nur mit einer leistungsfähigen Wirtschaft, die die damit verbundenen Herausforderungen bewältigt und die hohen politischen Ansprüche in die Praxis umsetzt. Die aktuelle Energiepolitik macht es für die Unternehmen unmöglich, diesen Weg zu gehen. Das stellt den Wirtschaftsstandort Deutschland infrage, gefährdet Arbeitsplätze und Wohlstand und schränkt damit die Akzeptanz für die Energiewende ein“, verdeutlicht Schreiner.
Die DIHK fordert daher ein grundlegendes Umdenken in der Energiepolitik. Mit spürbar entschlackter Regulierung und weniger Bürokratie müsse die Energiewende effizienter gestaltet werden. Die Studie empfiehlt dafür mehr marktwirtschaftliche Instrumente wie den CO2-Zertifikatehandel sowie eine Politik, die auf Technologieoffenheit setzt und Innovationen zulässt. Auch müsse Deutschland anerkennen, dass Klimaschutz eine internationale Aufgabe ist und sich daher beim weiteren Vorgehen an der Ländergruppe der „G20“ orientieren. Würde man beispielsweise das deutsche Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2045 – fünf Jahre vor dem EU-Ziel – um nur zwei Jahre verschieben, ergäben sich weitere Einsparungen in Milliardenhöhe. Insgesamt errechnen die Autoren der IHK-Studie ein Einsparpotenzial von über einer Billion Euro, wenn die darin vorgeschlagenen Ideen und Maßnahmen konsequent umgesetzt werden.