Ökodesign-Verordnung ESPR: Das gilt jetzt für Unternehmen

Mit einem Merkblatt informiert die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) über die wichtigsten Inhalte zur EU-Ökodesign-Verordnung ESPR 2024/1781 (Ecodesign for Sustainable Products Regulation).

Das Merkblatt gibt einen Überblick über Pflichten, Fristen und Chancen rund um nachhaltige Produkte und den Digitalen Produktpass. Außerdem informiert das Merkblatt darüber, welche Unternehmen von der Verordnung betroffen sind, die Mitte 2024 in Kraft getreten ist. Das Merkblatt ist unter www.dihk.de, Suchbegriff „Ökodesign-Verordnung“ abrufbar.

Die konkrete Umsetzung hat bereits für einzelne betroffene Unternehmen Mitte 2026 begonnen. Mit der Verordnung will die EU die Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit von Produkten über den gesamten Lebenszyklus – von der Rohstoffgewinnung über die Nutzung bis hin zur Entsorgung – verbessern.

Grundsätzlich gilt die ESPR für fast alle physischen Waren, die auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht und verkauft werden, wie Batterien, Eisen, Stahl und Aluminium, Textilien (insbesondere Bekleidung und Schuhwerk), Möbel (einschließlich Matratzen), Reifen, Chemikalien, Anstrichmittel, Schmierstoffe, Waschmittel, Produkte der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) und energieverbrauchsrelevante Produkte. 

Nicht unter den Gültigkeitsbereich der ESPR fallen einige Produktgruppen, wie zum Beispiel Lebens- und Futtermittel, Arznei- und Tierarzneimittel, lebende Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen, Erzeugnisse menschlichen Ursprungs sowie Erzeugnisse von Pflanzen und Tieren, die unmittelbar mit ihrer künftigen Reproduktion zusammenhängen und Fahrzeuge, die von separaten Verordnungen erfasst werden.

Aufgrund der Vielzahl der betroffenen Produktkategorien legt die EU schrittweise vorrangige Produktgruppen fest. Die Einzelheiten der betroffenen Produktgruppen werden durch delegierte Rechtsakte der EU-Kommission geregelt.

Digitaler Produktpass künftig verpflichtend

Ein Baustein der Ökodesign-Verordnung ist der Digitale Produktpass (DPP), der verlässliche Nachhaltigkeitsdaten für Verbraucher, Unternehmen und Behörden liefern und damit die Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Produkten gewährleisten soll. Der DPP ist ein strukturierter Datensatz aus produkt- bzw. materialbezogenen Daten. Unternehmen werden verpflichtet sein, einen DPP zu erstellen und auf dem Produkt anzubringen, der das Produkt vollständig beschreibt. Die Informationen müssen authentisch, zuverlässig und gemäß den festgelegten Anforderungen überprüft sein. Zudem wird eine Sicherungskopie des DPP von einem [zertifizierten] Drittanbieter von Produktpässen aufbewahrt werden. Kopien des Datenträgers oder des eindeutigen Produktidentifiers müssen den Händlern und Online-Marktplätzen, die das entsprechende Produkt verkaufen, zur Verfügung gestellt werden.

Was sollten Unternehmen jetzt tun?

· Produkte bewerten

Überprüfen Sie Ihre aktuellen Produkte und führen Sie eine Produktlebenszyklusanalyse durch, um Verbesserungsmöglichkeiten bei Funktionsbeständigkeit, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit zu ermitteln. Untersuchen Sie die Produktmaterialien, die Energieeffizienz und das Abfallaufkommen. Nutzen Sie Tools zur Nachhaltigkeitsbewertung und arbeiten Sie mit unabhängigen Prüfern zusammen, um sich ein genaueres Bild von Ihren Produkten zu verschaffen.

· Produktdaten sammeln

Beginnen Sie mit den Vorbereitungen für den Digitalen Produktpass (DPP), indem Sie Informationen über Ihre Lieferkette, einschließlich Materialien, Produktionsmethoden und Energieverbrauch, dokumentieren. Sie können auch mit Lieferanten und Technologieanbietern zusammenarbeiten, um Sie bei der Erfassung und Organisation von Daten zu unterstützen und sicherzustellen, dass Ihre Produkte für den DPP bereit sind.

· Produkte im Sinne der Nachhaltigkeit umgestalten

Investieren Sie in umweltfreundliche Materialien, modulare Designs und recycelbare Verpackungen. Ziehen Sie die Verwendung von biobasierten oder recycelten Materialien in Erwägung und entwerfen Sie Produkte mit leichteren Demontage- und Reparaturmöglichkeiten.

· Im Zweifelsfall Hilfe holen

Arbeiten Sie mit Prüfinstituten zusammen, um sich bei der Einhaltung von Vorschriften, der Verifizierung einer Aussage und der Marktreife beraten zu lassen. Führen Sie regelmäßig unabhängige Prüfungen durch, um die kontinuierliche Einhaltung der ESPR-Anforderungen zu gewährleisten.

Artikelnr: 356208
naetscher_martin

Martin Nätscher

Kontakt

Telefon: 0851 507-271
E-Mail schreiben