Konjunktur nach Branchen

Branchenüberblick

J=Jahresbeginn, F=Frühjahr, H=Herbst
Im IHK-Konjunkturklimaindikator werden die aktuelle Lage und die Geschäftserwartungen verrechnet. Der Wert bildet die Stimmung in der Wirtschaft ab.

Industrie

  • Die Geschäftslage in der Industrie verbessert sich erneut und liegt auf dem höchsten Stand seit Frühjahr 2023. Die Erwartungen für die kommenden Monate verändern sich dagegen nur geringfügig.
  • Die Auslastung der Produktionskapazitäten fällt in den Teilbereichen unterschiedlich aus: Volle Auslastung melden nur 18 Prozent der Maschinenbauer, aber 36 Prozent der Investitionsgüterproduzenten und 43 Prozent der Unternehmen in der Metallerzeugung und -bearbeitung.
  • Die Investitionszurückhaltung hält an und ist im Maschinenbau besonders ausgeprägt.

Handel

  • Trotz verbesserter Geschäftslage bleiben die Erwartungen überwiegend pessimistisch. Auch die Aussicht auf das kommende Weihnachtsgeschäft hellt die Stimmung nicht auf.
  • Hohe Energiepreise und Konsumzurückhaltung belasten den Handel weiterhin. Die Geschäftslage im stationären Handel ist deutlich schlechter als im Onlinehandel.
  • Die Beschäftigungspläne sinken auf den niedrigsten Stand seit dem Corona-Schock im Frühjahr 2020. Nur noch 28 Prozent der Befragten sehen den Fachkräftemangel als Risiko für ihren Betrieb – im Branchenvergleich ist das der geringste Wert.

Dienstleister

  • Die Geschäftslage der Dienstleister zeigt sich insgesamt robust. Bei den Investitionsplänen erreicht die Branche den höchsten Wert aller Wirtschaftsbereiche.
  • Besonders gute Werte melden Unternehmen aus den Bereichen Finanzen und Versicherungen. Auch Unternehmensberater und IT-Dienstleister äußern sich zufrieden. Die Lage in der Immobilienwirtschaft hat sich verbessert.
  • Das positive Gesamtbild gilt jedoch nicht für alle Teilbereiche. Vor allem im Transport- und Lagergewerbe ist die Auslastung der Betriebe unzureichend.

Tourismus

  • Die Geschäftslage im Tourismusgewerbe verbessert sich deutlich, liegt aber weiterhin unter dem Niveau früherer Herbstumfragen.
  • Die Umsatzentwicklung bleibt negativ: Die bessere Geschäftslage schlägt sich bislang nicht in höheren Umsätzen nieder. Besonders stark sind die Rückgänge bei Geschäftsreisenden und Tagestouristen, bei Urlaubsreisenden fallen sie geringer aus.
  • Viele Betriebe sehen sich gezwungen, gestiegene Kosten an die Gäste weiterzugeben. Mehr als die Hälfte rechnet daher mit steigenden Preisen.

Artikelnr: 337620
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Dr. Josef Schosser

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