Konjunktur nach Branchen

Branchenüberblick

J=Jahresbeginn, F=Frühjahr, H=Herbst
Im IHK-Konjunkturklimaindikator werden die aktuelle Lage und die Geschäftserwartungen verrechnet. Der Wert bildet die Stimmung in der Wirtschaft ab.

Industrie

  • Die Geschäftslage in der Industrie zeigt sich insgesamt robust. Überdurchschnittlich häufig melden Hersteller von Investitionsgütern (40 Prozent) sowie Unternehmen der Metallerzeugung und -bearbeitung (39 Prozent) eine gute Lage.
  • Auch die Erwartungen hellen sich im Vergleich zur Vorumfrage auf. Besonders optimistisch sind Investitionsgüterproduzenten (31 Prozent) und der Maschinenbau (29 Prozent), während Hersteller von Vorleistungsgütern deutlich skeptischer bleiben (7 Prozent positive Erwartungen).
  • Investitions- und Beschäftigungspläne bleiben im Branchendurchschnitt klar negativ.

Handel

  • Im Handel gehen sowohl Geschäftslage als auch Erwartungen zurück. Hohe Energiepreise, Arbeitsplatzsorgen und mögliche Belastungen durch Reformen der sozialen Sicherungssysteme verunsichern die Verbraucher.
  • Besonders betroffen ist der stationäre Handel, aber auch der Online-Handel verzeichnet Einbußen. In der Folge liegen die Warenbestände über dem saison-üblichen Niveau.
  • Viele Unternehmen sehen sich gezwungen, gestiegene Kosten an die Konsumenten weiterzugeben. Rund drei Viertel der Betriebe rechnen daher mit steigenden Verkaufspreisen.

Dienstleister

  • Das Konjunkturklima der Dienstleister liegt erstmals seit mehreren Jahren wieder unter dem Niveau der Industrie.
  • Ausschlaggebend dafür ist die eingetrübte Geschäftslage, während sich die Erwartungen für die kommenden Monate insgesamt kaum verändern.
  • Ein Blick auf die Kapazitätsauslastung verdeutlicht die ausgeprägte Heterogenität der Branche. Nur 13 Prozent der Betriebe in der Verkehrs- und Lagerwirtschaft melden eine vollständige Auslastung, hingegen erreichen Finanz- und Versicherungsdienstleister 46 Prozent und Unternehmensberater 48 Prozent.

Tourismus

  • Im Tourismusgewerbe ist die Geschäftslage deutlich eingebrochen; vergleichbar schwache Werte gab es zuletzt 2022. Auch die Erwartungen sind pessimistisch: Die Unternehmen planen Kürzungen bei Investitionen und Beschäftigung.
  • Rund 60 Prozent der Betriebe berichten von rückläufigen Umsätzen. Die Entwicklung betrifft alle Marktsegmente – von Tages- und Geschäftsreisenden bis zum Urlaubstourismus.
  • Steigende Preise belasten die Nachfrage zusätzlich. Besonders bei Reisebüros, Reiseveranstaltern und Omnibusunternehmen zeigen sich Rückgänge bei den Buchungszahlen: Rund drei Viertel der Anbieter melden weniger gebuchte Reisen.

Artikelnr: 337620
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Dr. Josef Schosser

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