Aktuelle Konjunkturentwicklung im IHK-Bezirk Niederbayern
Die niederbayerische Wirtschaft verharrt im Krisenmodus. Nach einem Rückschlag bereits zu Jahresbeginn sorgen aktuell die Turbulenzen infolge des Iran-Konflikts für eine weitere Eintrübung der Stimmung. Der Konjunkturklimaindikator, der sowohl die Lage als auch die Erwartungen für die Zukunft abbildet, sinkt von 103,1 auf 100,3 Punkte und liegt damit erneut unter seinem langjährigen Durchschnitt von 114,3 Punkten. Maßgeblich für den Rückgang ist die schlechtere Bewertung der Geschäftslage, während sich die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate auf niedrigem Niveau stabilisieren. Auch die Investitions- und Beschäftigungspläne bleiben per Saldo negativ. Die als „Investitionsbooster“ angekündigten Erleichterungen bei der Abschreibung beweglicher Wirtschaftsgüter entfalten also bislang keine spürbare Wirkung.
Kurzfristige Verbesserungen sind nicht in Sicht. Darauf deutet insbesondere das Auftragsvolumen als wichtiger konjunktureller Frühindikator hin. 33 Prozent der Betriebe melden rückläufige Inlandsaufträge, lediglich 23 Prozent berichten von steigender Nachfrage. Ein ähnliches Bild zeigt sich im Auslandsgeschäft: 25 Prozent verzeichnen Rückgänge, 19 Prozent Zuwächse. Die Nachfrageschwäche betrifft nahezu alle Absatzregionen; lediglich in Nordamerika zeichnet sich eine vorsichtige Stabilisierung ab. Die jüngsten Handelsabkommen, etwa mit Mercosur und Indien, zeigen bislang keine Effekte. Entsprechend geht auch die Kapazitätsauslastung zurück: Nur 28 Prozent der Unternehmen melden Vollauslastung.
Vereinzelte Lichtblicke gibt es im Baugewerbe. Hier bewerten 41 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut, 18 Prozent als schlecht. Auch beim Auftragsvolumen überwiegen die positiven Rückmeldungen: 35 Prozent berichten von Zuwächsen, 24 Prozent von Rückgängen. Impulse kommen vor allem aus dem öffentlichen Bau, die staatlichen Investitionsprogramme in diesem Bereich tragen erste Früchte. Deutlich schwächer entwickeln sich dagegen der Wohnungs- und der Wirtschaftsbau. Insgesamt bleibt die Lage angespannt, da gerade die Baubranche von steigenden Energie- und Rohstoffkosten betroffen ist. Die Veränderungen bei den Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung werden im „Blickpunkt“ auf der letzten Seite dieses Berichts vertieft.
In mehreren Zusatzfragen haben sich die Unternehmen zu ihrer Liquiditäts- und Finanzierungssituation geäußert. 51 Prozent bewerten ihre Liquidität als gut, 40 Prozent als befriedigend. Nur eine kleine Minderheit stuft die Lage als schlecht (7 Prozent) oder existenzbedrohend (2 Prozent) ein. Stärkere Liquiditätsprobleme zeigen sich vor allem im Tourismus. Der Zugang zu Fremdkapital wird mehrheitlich als unproblematisch eingeschätzt – wenngleich Investitionen oftmals verschoben oder