CEO der Deutsch-Emiratischen Industrie- und Handelskammer berichtet über Folgen des Krieges in der Golfregion
Schließlich seien die geopolitischen Herausforderungen schon groß genug – wie sich auch beim Vortrag des zweiten Redners in der Vollversammlung zeigte: Dr. Martin Henkelmann, CEO der Deutsch-Emiratischen Industrie- und Handelskammer, berichtete über die Folgen des Iran-Kriegs und insbesondere über die Auswirkungen der Sperre der Straße von Hormus. Der Experte machte wenig Hoffnung auf schnelle Entspannung. Selbst wenn der Konflikt morgen vorbei sein würde – es bräuchte noch Monate, bis sich die Logistik normalisiert hätte. Mit der Golfregion treffen die Einschränkungen durch den Krieg eine der wichtigsten internationalen Drehscheiben für den Handel mit Öl, Aluminium oder Düngemitteln. Weil die Hafeninfrastruktur außerhalb der Straße von Hormus deutlich schwächer ausgebaut sei als an den bisherigen Umschlagplätzen Dubai, Abu Dhabi oder Doha, komme es an den alternativen Häfen zu Staus und langen Wartezeiten. Der Weitertransport der Waren in die Zielländer sei ebenfalls erheblich erschwert.
Während der Tourismussektor in der Region massiv eingebrochen sei, liefen Industrieproduktion und große Baustellen aber stabil weiter, berichtete Henkelmann. Einen Trend, dass sich deutsche Unternehmen aus den Golfstaaten zurückziehen, beobachtet er daher nicht. Trotz aller Unsicherheit bleibe die Region ein wichtiger Wirtschaftsstandort für deutsche Unternehmen, bekräftigte der Experte.