Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ist weiter hoch
Eine IHK-Umfrage im vergangenen Jahr hatte zudem ergeben: Mehr als die Hälfte der niederbayerischen Ausbildungsbetriebe konnte nicht alle ausgeschriebenen Stellen für Azubis besetzen. Der Hauptgrund dafür ist laut den Betrieben, dass sie keine geeigneten oder überhaupt keine Bewerbungen für ihre Stellen erhalten haben. Beide Werte liegen in Niederbayern über dem Bundesschnitt. „Trotz solcher Negativfaktoren bleibt die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen weiterhin hoch. Sie bieten den jungen Leuten sehr attraktive Verdienst- und Karrierechancen mit Aus- und Weiterbildung. Dass Betriebe die schwierige Suche nach Nachwuchskräften hingegen aus Mangel an Erfolg aufgeben, ist noch sehr selten – aber es kommt vor“, berichtet Schreiner. So verteilten sich die rund 11.000 Auszubildenden 2024 auf insgesamt 2.379 Ausbildungsbetriebe im IHK-Bezirk. Auch hier ergibt sich ein leichtes Minus gegenüber dem Vorjahr.
Mehr Interessenten für eine Berufsausbildung zu gewinnen, ist aus Sicht des IHK-Chefs daher eine entscheidende Aufgabe für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Die IHK selbst engagiere sich hier mit unterschiedlichen Projekten und Initiativen zur Berufsorientierung. So geben etwa IHK-AusbildungsScouts und KarriereScouts – sie sind selbst junge Azubis beziehungsweise Nachwuchskräfte auf dem Weg zur Weiterbildung – vor Schulklassen oder bei Elternabenden authentische Einblicke in Aus- und Weiterbildung. Auch speziell für Lehrer vermittelt die IHK Praxiswissen zur beruflichen Bildung. Mit dem „Forum Personal“ wurde ein Netzwerk für Ausbildungs- und Personalverantwortliche in den Unternehmen etabliert. Die IHK-Akademie bietet unter anderem spezielle Seminare und Workshops für Ausbilder. Und einen besonderen Schwerpunkt legt die IHK auf Online und Social Media: Dazu zählen etwa der digitale „Ausbildungsatlas“ mit einer Übersicht aller niederbayerischen Ausbildungsbetriebe oder speziell ausgerichtete Kanäle auf TikTok und Instagram zur Berufsorientierung.