Industriebetriebe fahren Investitionen zurück
Die enttäuschende Entwicklung zeigt sich in nahezu allen Bereichen. Den stärksten Abschwung muss die Tourismuswirtschaft verkraften: Die Betriebe melden schlechte Umsatzzahlen etwa bei Geschäftsreisenden und Tagestouristen. Die Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen machen drei Viertel der Tourismusbetriebe besonders zu schaffen, ein im Branchenvergleich sehr hoher Wert. Nur wenig besser beurteilt der Handel seine Lage und Erwartungen. Vergleichsweise robust zeigt sich lediglich die Dienstleistungsbranche, mit guten Werten etwa von Banken oder Steuer- oder Unternehmensberatern. In einer Sonderauswertung geht die aktuelle IHK-Konjunkturumfrage außerdem näher auf die Industrie ein. „Die Industrie ist eine Schlüsselbranche für Niederbayern, trägt einen hohen Wertschöpfungsanteil und stellt viele Arbeitsplätze. Deswegen ist es ein Alarmsignal für den gesamten Standort, wenn gerade die großen, starken Industriebetriebe ihre Investitionen vor Ort merklich zurücknehmen und ihre Mitarbeiterzahl weiter reduzieren müssen“, sagt Schreiner zu den Umfrageergebnissen. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Nahezu die Hälfte der befragten Industriebetriebe mit 500 oder mehr Beschäftigten wollen ihre Investitionen im Inland reduzieren, bei den kleineren Unternehmen liegt dieser Anteil immerhin bei 29 Prozent. Und, noch wichtiger: Wenn die Industriebetriebe überhaupt in Wachstum und Ausbau investieren, dann gehen diese Investitionen ins Ausland. Die Eurozone wird dabei als Zielregion zunehmend uninteressant, der Fokus der Betriebe verschiebt sich auf die USA sowie Süd- und Mittelamerika – auch das ist ein Ergebnis der IHK-Umfrage.