Die Themen Sicherheit und Verteidigung haben in den vergangenen Jahren enorm an Bedeutung gewonnen – auch in der Wirtschaft. Die Unternehmer im Präsidium der IHK Niederbayern haben sich daher bei einer Sitzung in Adldorf mit dem Oberst der Reserve Claus Schorn ausgetauscht. Schorn ist Leiter des Bezirksverbindungskommandos der Bundeswehr für Niederbayern. Das Kommando hat die Aufgabe, militärische, zivile und öffentliche Strukturen miteinander in Verbindung zu bringen und zu koordinieren – als Vorbereitung auf den Katastrophen- wie auf den Verteidigungsfall. „Das sind schwierige, aber wichtige Themen“, verdeutlichte IHK-Präsident Thomas Leebmann bei der Sitzung. Oberst Schorn war sich dessen bewusst, bekräftigte aber: „Wir müssen jetzt aufwachen, und wir müssen uns vorbereiten.“
Diese Vorbereitung sei eine umfassende Aufgabe, stellte Schorn klar: „Gesamtverteidigung beruht nicht nur auf militärischer Verteidigung.“ Er sprach von einem „gesamtstaatlichen Verbund“. Dazu gehören dem Oberst zufolge Behörden und Regierung, „Blaulichtorganisationen“ wie beispielsweise Rettungsdienste und das THW oder die Infrastruktur, von der Autobahn über das Umspannwerk bis zum Krankenhaus. Aber auch die Wirtschaft könne ihren Beitrag zur zivilen Seite der Verteidigung leisten: mit ihren Produkten, mit Dienstleistungen und nicht zuletzt mit Personal, wenn etwa Reservisten eingezogen werden müssen. „Unsere Betriebe interessiert: Was passiert im Falle eines Aufmarsches, was passiert im Verteidigungsfall?“, betonte IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner. Die gemeinsame Präsidiumssitzung habe wichtige Anstöße geliefert, um diese Fragen zu beantworten. Die IHK-Vertreter vereinbarten mit Claus Schorn, dazu dauerhaft in Kontakt zu bleiben und konkrete Aufgaben für die Wirtschaft zu definieren.