Kostendruck und Lieferkettenprobleme
In der Umfrage berichten Unternehmen von sprunghaften Preissteigerungen, täglich wechselnden Einkaufspreisen und der Unmöglichkeit, verlässlich zu kalkulieren. Teilweise werden bestehende Preiszusagen aufgekündigt oder Lieferungen nur noch zu neuen, schlechteren Konditionen angeboten. Die Betriebe reagieren auf diesen Kostendruck, passen Preise an und stellen Investitionen zurück. 50 Prozent der befragten Unternehmen versuchen, die gestiegenen Kosten über höhere Preise weiterzureichen. Mehr als jedes dritte Unternehmen verschiebt Investitionen oder Projekte. 43 Prozent bauen ihr Risikomanagement aus.
Gleichzeitig nehmen Störungen in den Lieferketten spürbar zu. Die Freitextantworten in der Umfrage verdeutlichen die Dimension: Hier ist die Rede von verschobenen oder gestoppten Verschiffungen, umgeleiteten Containern, wochenlangen Verzögerungen oder fehlenden Transportkapazitäten. Teilweise werden Waren nicht mehr abgenommen oder können gar nicht ausgeliefert werden. Auch Transportversicherungen ziehen sich zurück, Kreditlimits werden angepasst, Geschäftsverhandlungen ausgesetzt. Das führt zu Lieferausfällen oder Verzögerungen und droht, ganze Abläufe ins Wanken zu bringen. Wie zu erwarten, geraten vor allem rohölbasierte Vorprodukte unter Druck, die zu Schlüsselprodukten für die deutsche Industrie zählen: von Kunststoffen, Folien und Dämmstoffen über Chemikalien bis hin zu Kraftstoffen und Spezialmaterialien. Unternehmen berichten von Materialknappheit, Kontingentierungen und teils drastischen Preisaufschlägen und/oder verlängerten Lieferzeiten. 16 Prozent der Industrieunternehmen beklagen bereits konkrete Engpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten.