Unternehmen müssen sich gegen Cybercrime wappnen

Kriminalpolizei informiert im IHK-Gremium Straubing – Zu Gast in der Attenkofer Akademie

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Die Mitglieder des IHK-Gremiums Straubing um Vorsitzende Katharina Venus (vorne 3.v.r.) und IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner (vorne 3.v.l.) ließen sich von Prof. Martin Balle (vorne 4. v.r.) durch die Attenkofer Akademie führen, bevor sie von Philipp Stadler (Kriminalpolizeiinspektion Straubing, hintere Reihe 5.v.l.) zum Thema Cybercrime gebrieft wurden.

Fast jeder fünfte Betrieb in Bayern war im vergangenen Jahr von einem Cyberangriff betroffen – und die Dunkelziffer ist hoch. Das ist ein zentrales Ergebnis der aktuellen IHK-Digitalisierungsumfrage. Welchen Risiken die Betriebe ausgesetzt sind, wie sie sich wappnen können und was im Schadensfall zu tun ist, war daher Thema bei der vergangenen Sitzung des IHK-Gremiums Straubings in der Attenkofer Akademie. Die Vorsitzende des Gremiums, IHK-Vizepräsidentin Katharina Venus, schärfte gleich zu Beginn das Bewusstsein: „Man unterschätzt die Gefahr. Cybercrime trifft nicht nur große Konzerne. Kleine und mittlere Betriebe sind genauso im Visier der Kriminellen.“

Das bestätigte auch der Referent der Sitzung, Philipp Stadler von der Kriminalpolizeiinspektion Straubing. „Der wichtigste Punkt ist: Sie sind angreifbar! Es ist nicht die Frage, ob etwas passiert, sondern nur wann es passiert“, machte der Kriminalhauptkommissar den Unternehmern klar. Er warnte vor den steigenden Risiken durch Cyberkriminalität in der Wirtschaft: „Die Schadenssummen gehen deutlich nach oben.“ Stadler sprach von Schäden im dreistelligen Milliardenbereich pro Jahr, allein bei Unternehmen in Deutschland. Die Methoden der Kriminellen werden dabei immer besser, schneller und effizienter – unter anderem durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die Täter seien ebenso professionell organisiert wie die Wirtschaft selbst: mit internationaler Arbeitsteilung, Spezialisierungen und eigenen Geschäftsmodellen. Um sich davor zu schützen, müssen Unternehmen in ihre IT-Sicherheit investieren, in allen Bereichen: in der Technik, in der Organisation und nicht zuletzt beim Personal. Denn, das war eine der wichtigsten Botschaften des Kommissars: Das größte und gefährlichste Einfallstor für Cyberkriminelle ist nicht die Technik, sondern der Mensch. Die IHK bietet daher für die Betriebe und ihre Mitarbeiter Informationen, Beratung sowie Weiterbildungsangebote rund um das Thema Cybersicherheit.

Gefahren wie Chancen der digitalen Welt griff auch der Gastgeber der Sitzung auf, Hausherr Professor Martin Balle. Er ist selbst gewähltes Mitglied im IHK-Gremium Straubing sowie in der Vollversammlung der IHK. Der Verleger des Straubinger Tagblatts erläuterte, wie sich das gedruckte Wort und das Medium Zeitung in der modernen Medienwelt behaupten können – selbst wenn die Auflage rückläufig ist. In der Mediengruppe Attenkofer greifen gedruckte Zeitung, App, Website und E-Paper ineinander. „Und damit sind wir sehr erfolgreich“, bekräftigte der Verleger. Gerade im Zeitalter von Social Media und Künstlicher Intelligenz sei Qualitätsjournalismus umso wichtiger, betonte Balle: mit Recherche, geprüften Fakten und einer Berichterstattung nah an den Menschen und Nachrichten vor Ort, im Lokalen. Für diesen Anspruch steht auch die neu gebaute Akademie, die sich der Medien- und Demokratiebildung verschrieben hat. „Diese Akademie ist ein Lebenszeichen unseres Hauses“, verdeutlichte Balle. Zusammen mit Sonja Ettengruber als Ansprechpartnerin für die Akademie führte Balle die Unternehmer im Gremium durch das Gebäude sowie die Doku-Schau – und die zeigten sich sehr beeindruckt von Konzept, Technik und inhaltlicher Umsetzung der Attenkofer Akademie.