10.08.2026

„Die Stadt soll Partner der Wirtschaft sein“

Passauer Oberbürgermeister im Gespräch mit der IHK-Geschäftsführung

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Sprachen über die wirtschaftlichen Herausforderungen in der Region: (v.l.) Thomas Graupe und Alexander Schreiner von der IHK, Oberbürgermeister Andreas Rother, Peter Niedermeier (Leiter Stabsstelle Wirtschaft Stadt Passau). (Foto: IHK Niederbayern)

Vorstellen musste sich beim Antrittsgespräch von Passaus neuem Oberbürgermeister Andreas Rother mit der IHK-Geschäftsführung niemand. Denn seit vielen Jahren ist der Unternehmer Andreas Rother selbst Mitglied des IHK-Handelsausschusses. Und weil er eben die Sorgen und Nöte der Betriebe aus erster Hand kennt, machte er gegenüber IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner und dessen Stellvertreter Thomas Graupe klar: „Die Stadt soll Partner der Wirtschaft sein.“

Unternehmen, die im Stadtgebiet Passau expandieren oder sich neu ansiedeln möchten, sollen keine Steine in den Weg gelegt werden, so Rother. Ziel müsse es sein, die Gewerbesteuereinnahmen zu erhöhen – denn: „Die Einnahmen sind die Basis für alles, was wir uns als Kommune leisten – sei es den Bau von Kindergärten, die Straßenausbesserung oder die Sanierung von Schulen.“ Stadt und IHK arbeiteten seit vielen Jahren erfolgreich zusammen, wie beispielsweise bei der Ausbildungsmesse oder beim Innkubator.

IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner sprach ein Thema an, das Betriebe aller Branchen zunehmend erdrückt – und bei dem kommunale Verwaltungen oftmals durchaus Spielräume haben: Die Bürokratie. Die IHK begrüßt es daher, dass die Stadt Passau Modellkommune für den Bürokratieabbau werden will. Kommunen können danach die Möglichkeit erhalten, für eine befristete Dauer von bestimmten landesrechtlichen Vorschriften ausgenommen zu werden. Das Ziel: Straffere Genehmigungsverfahren und organisatorische Entlastungen. „Jetzt geht es um die Umsetzung und darum, dass die Vereinfachungen auch für Betriebe gelten. Das, was oben beschlossen wurde, muss bis auf Kommunal- und Verwaltungsebene durchdekliniert werden. Unternehmen haben jährlich rund 200 Kontakte mit der Verwaltung. Gerade da muss entlastet werden“, so Schreiner. Erleichterungen würde auch ein weiterer Ausbau der digitalen Angebote bringen. Hier sei aber die Stadt Passau ohnehin bereits gut aufgestellt, sagte Rother. Problematisch sei in diesem Bereich jedoch das Fehlen einer einheitlichen Digitalisierungsstrategie auf Landesebene.

Der neue Oberbürgermeister wurde bei seinem IHK-Termin von Peter Niedermeier begleitet. Er leitet im Rathaus die neu geschaffene Stabsstelle „Wirtschaft & Unternehmensentwicklung“ und sieht sich selbst in einer „Lotsenfunktion“ für die Betriebe. Die neue Struktur ermögliche schnellere Entscheidungen und kürzere Abstimmungswege.