10.08.2026

Niedrigwasser auf der Donau verdeutlicht: Multimodalität ist Pflicht

Beinahe täglich verzeichnet die Donau in Niederbayern neue Rekord-Tiefstwerte bei den Pegelständen. Eine alarmierende Entwicklung für die Binnenschifffahrt, für den Wirtschaftsstandort Niederbayern und nicht zuletzt die Donauhäfen Straubing-Sand, Deggendorf und Passau.

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Die andauernde Trockenheit sorgt in Niederbayern für Rekord-Tiefstände bei den Flusspegeln.

Denn wenn infolge des Niedrigwassers die Abladetiefe sinkt, brechen Umschlagszahlen ein, Lieferketten geraten ins Stocken, und die Kosten für die niederbayerischen Unternehmen steigen. Ein Binnenschiff transportiert so viel wie rund 90 Lkw – fällt es aus, landet die Last unweigerlich auf Straße und Schiene, falls dort Kapazitäten vorhanden sind.

Donauausbau weiter mit Tempo vorantreiben

Dabei gibt es beim Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen eine ermutigende Entwicklung: Im Mai hat die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) den Planfeststellungsbeschluss für den Teilabschnitt 2 zwischen Deggendorf und Vilshofen erlassen. Nach jahrelangen Verzögerungen ist das Baurecht damit Realität – eine Realität, die von der IHK Niederbayern immer wieder eingefordert wurde. Auf dem rund 32 Kilometer langen Abschnitt sollen die ersten Bauarbeiten diesen Herbst beginnen. Ziel ist unter anderem eine Vertiefung der Fahrrinne um mindestens 25 Zentimeter, um die Schiffbarkeit auch bei Niedrigwasser zu verbessern.

Multimodalität ist Pflicht

Die aktuellen Negativ-Pegelrekorde veranlassten kürzlich auch den neuen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger zu einem Spitzengespräch Niedrigwasser zu laden. Die Ergebnisse – wie die Lockerung des Sonntagsfahrverbots für Lkw – sind wichtig, um die akuten Folgen des Niedrigwassers für die Wirtschaft abzumildern. Doch dabei darf es nicht bleiben. Wir werden uns dauerhaft auf extreme Wetterereignisse in Folge des Klimawandels einstellen müssen.

Das Ziel muss eine resiliente Infrastruktur sein. Es braucht jetzt pragmatische Lösungen und weitsichtige Strategien für die Zukunft. Wasserstraße, Schiene und Straße müssen als multimodales Gesamtsystem gedacht und ertüchtigt werden. Das Niedrigwasser zeigt: Wer nur auf einen Verkehrsträger setzt, ist verwundbar. Niederbayern braucht alle drei – gut ausgebaut, gut vernetzt, krisenfest.

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Dr. Tobias Maier

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