Das Prinzip von Destination und Erlebniswelt

Der Online-Handel macht Produkte jederzeit verfügbar. Was aber nicht geht: Produkte anfassen, ausprobieren und erleben, den Einkauf mit einem Ausflug, einer Begegnung oder besonderer Inspiration verbinden. Drei Unternehmen aus der Region zeigen, wie aus Verkaufsflächen Erlebniswelten und aus Geschäften echte Destinationen werden.

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Christoph und Johannes Huber sind stolz auf ihre neue Erlebniswelt.

„Einen Ort schaffen, an dem die Kunden schöne Momente erleben. An dem sie sich wohl fühlen, sich verwöhnen und zudem begeistern lassen. Das möchte das Modehaus Garhammer für die Menschen sein“, sagt Geschäftsführer Johannes Huber. Der Faktor „Erlebnis“ ist seit vielen Jahren klarer Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Damit ein Waldkirchener Modehaus zum Erlebnisort wird, muss einerseits das Ambiente stimmen. Wie wichtig dieser Aspekt für Garhammer ist, zeigt exemplarisch der groß angelegte Umbau in den vergangenen Monaten.

Rund 7.000 Quadratmeter der über 9.000 Quadratmeter großen Verkaufsfläche wurden neu gestaltet. Übergeordnetes Ziel war es dabei, die Aufenthaltsqualität zu steigern. Das Konzept sieht viel Platz für neue Sortimentswelten, individuelle Wohlfühlbereiche und großzügige Kabinen vor. Zudem ist mediterranes Flair eingezogen. Das bisherige Café wird durch die italienische Tagesbar „Bar Centrale“ ersetzt. Schließlich spielt mit Gastronomieangeboten auch „das Drumherum“ eine Rolle. Neben der Tagesbar besteht weiterhin das exzellente Restaurant Johanns sowie das Blumencafé am Marktplatz. Zum „Erlebnischarakter“ bei Garhammer tragen zudem Events bei. Erfolgreiche Formate wie Modenschauen und Late-Night-Shopping schaffen laut Huber immer wieder Anlässe, Garhammer zu besuchen. „Andererseits muss es sich auch lohnen, ohne ein Event zu uns zu kommen. Dafür müssen wir an den übrigen Tagen des Jahres gute Leistung bringen.“

Damit leitet Johannes Huber auf den für ihn zentralen Faktor über. Um besondere Einkaufserlebnisse täglich auf der Fläche zu schaffen, sei der persönliche Service entscheidend: Jede Kundin und jeder Kunde wird wahrgenommen und individuell beraten. „Zudem scheuen wir uns auch nicht vor so manch außergewöhnlicher Dienstleistung“, berichtet Huber und verweist beispielsweise auf einen speziellen Service, der Gäste von Hotels abholt, zu Garhammer bringt und anschließend wieder zurück in die Unterkunft fährt. Abschließend stellt Johannes Huber fest: „Natürlich reicht ein gutes Sortiment allein schon lange nicht mehr. Gleichzeitig bleibt das Warenangebot der Schlüssel. Wir brauchen das passende Sortiment für alle möglichen Zielgruppen – für Jung und Alt, vom Preiseinstieg bis ins Luxussegment, von hochmodisch bis klassisch-anspruchsvoll.“

Attraktive Inspiration

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Familie Biller: Maximilian, Kirsten, Rainer, und Michael (von links).

In Eching bei Landshut befindet sich Möbel biller. Neben dem Stammhaus betreibt die Möbelcenter biller GmbH zwei weitere Einrichtungshäuser in Plauen und Hof sowie zwei Küchenstudios in München. Dabei legt das Familienunternehmen in dritter Generation Wert darauf, mehr zu sein als ein Ort, an dem Möbel und Küchen verkauft werden.Biller ist als Ausflugs- und Erlebnisziel rund um Wohnen, Genuss, Begegnung und Freizeit bekannt. Gastronomie und vielfältige Veranstaltungen wie Bauern-märkte, Flohmärkte und Live-Kochshows runden das Gesamtkonzept ab. Gleichzeitig kommt Geschäftsführer Maximilian Biller zu einer klaren Einschätzung, was die Gewichtung verschiedener Faktoren wie Sortiment, Preis, Beratung und Einkaufserlebnis zum Unternehmenserfolg angeht: „Am wichtigsten ist das Sortiment, denn ohne die richtigen Produkte werden wir nichts verkaufen. Unmittelbar danach folgt bei uns die Beratung. Danach kommt der Preis.
Aufgrund unserer Wertigkeit und dem Fokus auf Service, rückt der Preis im Vergleich zu anderen Möbelhäusern undDiscountern etwas in den Hintergrund. Ergänzt man diese Bestandteile noch um unser Restaurant und verschiedene Events ergibt sich das Einkaufserlebnis.“ Der größte Vorteil des stationären Handels im Konkurrenzkampf gegen das Online-Geschäft liegt für ihn auf der Hand: „Man kann die Ware anfassen und testen. Besonders bei wertigeren Produkten stellen wir fest, dass das den Kunden sehr wichtig ist.“ Gesteigert wird dieser Effekt, wenn die Rahmenbedingungen stimmen – wenn für Kunden ein inspirierendes Erlebnis geschaffen wird. Biller setzt hier auf hohe Qualitätsstandards in allen Bereichen des Möbelhauses. „Das beginnt mit einer schönen Ausstellungsfläche. Hier versuchen wir immer, die neuesten Trends zu zeigen und allgemein eine Vielfalt über alle Sortimente und Stilrichtungen abzudecken.“ Die attraktive Ausstellung soll Kunden einerseits zu einem längeren Aufenthalt bewegen. „Noch wichtiger ist uns aber, dass wir den Kunden dazu bewegen, für andere Sortimente wiederzukommen.“

Gesamterlebnis Glasdorf

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Michael Weinfurtner mit Mutter Petra, Schwester Maria und Brüdern Oskar und Peter (von links).

Glasmachern hautnah bei der Arbeit zusehen, eine Glaskugel selbst herstellen, Tiere im Park besuchen, in den weitläufigen Gärten Glaskunst kennenlernen, besondere Geschenke finden, Schmuck und Tracht entdecken, sich durch eine große Kuchen- und Tortenauswahl probieren – und noch viel mehr. Im Glasdorf Weinfurtner in Arnbruck ist der Einkauf Teil eines größeren Erlebnisses. Mit Ursprüngen in der Landwirtschaft hat sich über Jahrzehnte und Generationen hinweg eine Heimat für „Glas, Natur, Menschen und mehr“ entwickelt. „Vor Ort gab es wenig Infrastruktur. Um Kunden einen längeren Aufenthalt zu ermöglichen, mussten wir diese also selbst schaffen“, erklärt Peter Weinfurtner, der mit seinen Geschwistern Oskar, Maria und Michael und seiner Mutter Petra das Glasdorf in die Zukunft führt. Das war zu einer Zeit, als vom Online-Handel noch keine Rede war. Doch die Quintessenz bleibt: „Einen Unterschied schafft der stationäre Handel durch das Erlebnis“, ist Weinfurtner überzeugt. Das Gesamterlebnis nennt er deshalb als wichtigsten Faktor für Gäste aus nah und fern, das Glasdorf zu besuchen. „Die Kunden müssen sich willkommen fühlen.“ Wie lange die Gäste bleiben, lässt sich nicht exakt beziffern. Klar ist aber, dass manche Kunden „nur“ zum Kaffee trinken kommen, während andere gemeinsam mit ihrer Familie den ganzen Tag im Glasdorf verbringen und sich eine Auszeit vom Alltag schaffen. Wieder andere, gerade Menschen aus der Region, machen Kurzbesuche, weil sie vielleicht nur ein Geschenk suchen. „Wichtig ist: Unsere Gäste sollen ihren Besuch als inspirierend erleben und mit bleibenden Erinnerungen nach Hause gehen“, führt Weinfurtner aus. Dazu trägt der Erlebnischarakter aus seiner Sicht entscheidend bei.

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