Sie führen mehrere Betriebe, engagieren sich in mehreren Ehrenämtern. Was treibt Sie an, dieses anspruchsvolle Gesamtpaket täglich zu stemmen?
Im täglichen Kontakt mit unseren Gästen ist es mir einfach wichtig, ins Gespräch zu kommen. Nur so erkennt man Probleme, kann im Team Lösungen besprechen und sich im Service auch weiterentwickeln. Und genau das nehme ich auch mit ins Ehrenamt: sich austauschen und gemeinsam weiterentwickeln.
Ihr Alltag ist dicht getaktet. Wie organisieren Sie sich, um sowohl im Hotel als auch in den Gremien präsent zu sein?
Ohne eine gute Planung im Terminkalender würde es gar nicht gehen. Fixe Termine plane ich fest ein, und das operative Geschäft lässt sich in der Regel gut drum herum organisieren. Und ein gutes Team im Rücken ist dabei ganz entscheidend, ohne das würde vieles nicht funktionieren.
Sie sind vierfache Mutter. Welche Rolle spielt Ihre Familie in Ihrem unternehmerischen Alltag?
Meine Familie ist mir extrem wichtig. Die Kinder wachsen da ganz selbstverständlich mit rein. In den Ferien freuen sie sich, wenn sie mich ins Hotel begleiten können, sei es zum Süßigkeiten abstauben, für ein gemeinsames Frühstück oder zum Briefe öffnen helfen. Und auch im Schulalltag ist der Betrieb einfach immer ein Stück weit mit dabei. Wenn die Kinder Hausaufgaben machen, mache ich meine ‚Hausaufgaben‘ im Büro. Und dass zwischendurch mal telefoniert werden muss, ist für sie ganz normal.
Welche Werte und Fähigkeiten geben Sie der nächsten Generation mit?
Durchhaltevermögen gehört für mich ganz klar dazu, auch wenn mal nicht alles sofort klappt. Genauso wichtig sind Selbstvertrauen und der Mut, seinen eigenen Weg zu gehen. Und man sollte immer offen bleiben, dazulernen und sich auch trauen, um Hilfe zu fragen, wenn man sie braucht.
Sie engagieren sich in beruflichen Netzwerken und auch bei der IHK. Warum sind solche Netzwerke wichtig?
Netzwerke sind einfach wichtig, weil man dort Menschen trifft, die ähnlich denken oder auch ganz andere Blickwinkel mitbringen. Man kommt ins Gespräch, tauscht sich aus und unterstützt sich gegenseitig. Gerade der Austausch mit Branchenkollegen ist im operativen Geschäft unglaublich wertvoll, zum Beispiel wenn es um Erfahrungen mit Softwareanbietern oder Lieferanten geht. Gleichzeitig entstehen durch branchenübergreifende Kontakte auch neue Möglichkeiten, gerade beim regionalen Einkauf. Oft merkt man erst durch den persönlichen Austausch, welche Betriebe es direkt in der Region überhaupt gibt und was man alles regional beziehen könnte.
Wie bewerten Sie die Rolle von Unternehmerinnen speziell in Niederbayern?
Ich denke, die Rolle von Unternehmerinnen wird auch bei uns in Niederbayern weiter wachsen. Netzwerke sind dabei ganz wichtig, weil sie Sichtbarkeit schaffen und zeigen, wie viele Frauen diesen Weg schon gehen. Gerade für junge Frauen, die über eine Unternehmensnachfolge nachdenken oder gründen wollen, sind das wichtige Vorbilder. Das macht es einfacher, sich das selbst zuzutrauen und den Schritt auch wirklich zu gehen.