03.09.2026

Touristiker fordern weniger Bürokratie und mehr Eigenverantwortung

Bürokratieabbaubeauftragter der Staatsregierung in IHK-Ausschuss zu Gast

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Zum Thema Bürokratieabbau im Tourismus kamen die Ausschussmitglieder in Passau zusammen – mit IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner (4. von links), MdL Walter Nussel (vorn Mitte) und dem Ausschussvorsitzenden Kai Tiemer (8. von links; Foto: IHK)

Seit über neun Jahren soll der Landtagsabgeordnete Walter Nussel im Auftrag der Staatsregierung den Bürokratieabbau in Bayern voranbringen. Nun war er erstmals im Fachausschuss Tourismus der IHK Niederbayern zu Gast. Bei dem Treffen in Passau bekam Nussel viel Lob für seine Arbeit. Die Unternehmer aus Hotellerie, Gastronomie und Freizeitwirtschaft schilderten aber ebenso die Herausforderungen, vor denen sie die Bürokratie im Alltag immer wieder stellt: „Ob bei Hygiene, Arbeitszeit oder einfach nur Statistik – in unseren Unternehmen fließt viel zu viel Zeit, Geld und Energie in das Thema Bürokratie. Man verliert dadurch fast die Lust am Unternehmertum“, fasste der Ausschussvorsitzende und Bad Füssinger Hotelier Kai Tiemer die Stimmung im Ausschuss zusammen. Selbst Nussel musste einräumen: Man habe es mit der Bürokratie übertrieben. Er sei aber überzeugt: Mittlerweile hat in der Politik ein Umdenken stattgefunden und der Abbau von überbordender Bürokratie und Regulierung habe gerade in Bayern hohe Priorität. „Wir haben versucht, Entlastungen gerade für die Leistungsträger – die Unternehmer – zu erreichen“, bekräftigte Nussel. Speziell für die Tourismusbranche nannte er etwa den erfolgten „Praxischeck“ für Regeln und Vorschriften im Gastgewerbe oder die Erleichterungen bei Dokumentationspflichten im Lebensmittelbereich, die in der Pilotregion Niederbayern erprobt wurden und nun auf ganz Bayern ausgeweitet werden sollen. Für den Bürokratieabbau brauche man einen langen Atem, sagte Nussel. „Auch mir geht es zu langsam“, betonte der Bürokratieabbaubeauftragte, „aber ich werde weiterkämpfen.“

Bürokratieabbau: Auf die Umsetzung kommt es an

Aus den Rückmeldungen im Ausschuss wurde deutlich, dass nicht nur Gesetze und Vorschriften geändert werden müssen, um die Bürokratiebelastung zurückzudrängen – mindestens genauso wichtig ist die Umsetzung dieser Erleichterungen in der Praxis, durch Behörden und Verwaltungen. Auch darin sieht Nussel für sich eine wichtige Aufgabe und forderte die Unternehmer dazu auf, Missstände klar zu benennen und konkrete Beispiele an ihn weiterzugeben. Eine erste Fallsammlung stellten die Touristiker bereits in der Ausschusssitzung auf. Als wichtigstes Fazit hielten sie aber fest: Notwendig ist wieder mehr Eigenverantwortung – bei den Unternehmen selbst, bei ihren Mitarbeitern, aber auch bei den Gästen und Kunden. Dann könne man sich so manche praxisferne Detailregelung von Anfang an sparen, so die Überzeugung im IHK-Fachausschuss Tourismus.