Seit über neun Jahren soll der Landtagsabgeordnete Walter Nussel im Auftrag der Staatsregierung den Bürokratieabbau in Bayern voranbringen. Nun war er erstmals im Fachausschuss Tourismus der IHK Niederbayern zu Gast. Bei dem Treffen in Passau bekam Nussel viel Lob für seine Arbeit. Die Unternehmer aus Hotellerie, Gastronomie und Freizeitwirtschaft schilderten aber ebenso die Herausforderungen, vor denen sie die Bürokratie im Alltag immer wieder stellt: „Ob bei Hygiene, Arbeitszeit oder einfach nur Statistik – in unseren Unternehmen fließt viel zu viel Zeit, Geld und Energie in das Thema Bürokratie. Man verliert dadurch fast die Lust am Unternehmertum“, fasste der Ausschussvorsitzende und Bad Füssinger Hotelier Kai Tiemer die Stimmung im Ausschuss zusammen. Selbst Nussel musste einräumen: Man habe es mit der Bürokratie übertrieben. Er sei aber überzeugt: Mittlerweile hat in der Politik ein Umdenken stattgefunden und der Abbau von überbordender Bürokratie und Regulierung habe gerade in Bayern hohe Priorität. „Wir haben versucht, Entlastungen gerade für die Leistungsträger – die Unternehmer – zu erreichen“, bekräftigte Nussel. Speziell für die Tourismusbranche nannte er etwa den erfolgten „Praxischeck“ für Regeln und Vorschriften im Gastgewerbe oder die Erleichterungen bei Dokumentationspflichten im Lebensmittelbereich, die in der Pilotregion Niederbayern erprobt wurden und nun auf ganz Bayern ausgeweitet werden sollen. Für den Bürokratieabbau brauche man einen langen Atem, sagte Nussel. „Auch mir geht es zu langsam“, betonte der Bürokratieabbaubeauftragte, „aber ich werde weiterkämpfen.“