2021 begannen die Gründer, sich intensiv mit Telefon-KI zu beschäftigen. Es gab in Deutschland keine praxistauglichen Lösungen. Vieles musste selbst entwickelt, getestet – und manchmal wieder verworfen werden. „Als wir gründeten, war klar: Wir betreten technologisches Neuland“, sagt Leonhard Pöppel. Eine der größten Herausforderungen war, ein funktionierendes Produkt aufzubauen, während sich Technologie, Markt und regulatorische Anforderungen gleichzeitig weiterentwickelten. Die DSGVO musste von Anfang an mitgedacht werden; inzwischen kommt auch der AI Act hinzu. „Wir konnten uns deshalb nicht auf irgendeine bestehende Lösung verlassen“, sagt Marco Jülke.
Gleichzeitig entschied sich das Gründertrio bewusst gegen externes Investorenkapital. „Wir wollten nicht an einer Idee arbeiten, die nur auf Folien funktioniert, sondern früh echte Systeme in Unternehmen einsetzen. Fehler und Entwicklungsarbeit mussten wir dadurch selbst tragen“, betont Anton Kirchner. Die wichtigsten Learnings kamen direkt aus Kundenprojekten. Dort zeigte sich: Die größte Hürde ist oft nicht die KI selbst.
Ein System kann technisch funktionieren und trotzdem im Alltag scheitern, wenn Prozesse nicht verstanden, Schnittstellen nicht sauber gelöst oder Mitarbeiter mit der Technologie allein gelassen werden. „Wir stellen deshalb nicht einfach Software bereit, sondern begleiten von der Analyse über die Umsetzung bis in den laufenden Betrieb. Heute arbeiten wir mit Einzelunternehmern, Mittelständlern und Unternehmen im Milliardenbereich. Unsere wichtigste Erkenntnis: Nicht die spektakulärste KI gewinnt, sondern die, die ein echtes Problem löst und langfristig genutzt wird.“