Wer in und um Frontenhausen nach Niederkaltenkirchen sucht, wird auf keiner Landkarte fündig. Dennoch kommen jedes Jahr Tausende Besucher in den niederbayerischen Markt, der als Drehort der erfolgreichen Eberhofer-Krimis längst selbst zur Marke geworden ist. Mit dem neuen Film dürfte sich dieser Effekt erneut verstärken. Was für die Zuschauer eine Mischung aus Provinzcharme, Kriminalfall und schrägem Humor ist, bedeutet für die Kommune zusätzliche Aufmerksamkeit, Besucherströme und eine bemerkenswerte touristische Wertschöpfung. Frontenhausen profitiert seit Jahren davon, dass die Filmreihe weit über Bayern hinaus bekannt ist. Viele Gäste kommen gezielt, um die Drehorte zu besichtigen, ein Erinnerungsfoto vor dem berühmten Kreisverkehr – liebevoll „Eberhoferkreisel“ genannt – zu machen oder die Atmosphäre des fiktiven Niederkaltenkirchen aufzusaugen.
Davon profitieren zahlreiche Betriebe vor Ort. Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleister verzeichnen zusätzliche Umsätze durch Filmfans und Ausflügler. Der Eberhofer ist damit gewissermaßen zum sympathischen Standortbotschafter geworden. Derzeit können 1,5 bis 2-stündige Führungen über das Rathaus gebucht und individuell abgestimmt werden. Es geht zu Fuß zu allen Drehorten im Marktgebiet und dazu gibt es lustige Geschichten von den Filmdrehs.
Eine interaktive Audio-Guide-Führung, die anhand des Flyers jederzeit selbst machbar ist, lotst zu den einzelnen Drehorten und per QR-Code wird an den Gebäuden jeweils Wissenswertes erläutert. Der Flyer ist am/im Rathaus oder auch am Franz-Eberhofer-Kreisverkehr erhältlich.
Kulinarisch eine Einkehr wert ist der „Gasthof zur Post“ im Ortskern. „Unser aufwendig sanierter, denkmalgeschützter Gasthof bietet eine hervorragende gutbürgerliche bayerische Küche und der idyllische Biergarten lädt zum Verweilen ein“, so die Erste Bürgermeisterin von Frontenhausen, Gaby Seisenberger.
Natürlich löst ein Kinofilm keine strukturellen Herausforderungen des ländlichen Raums. Doch er schafft Identifikation und das Beispiel Frontenhausen zeigt, welches Potenzial in kulturellen Marken für kleinere Kommunen steckt. So gesehen ist jeder neue Film auch ein kleines Konjunkturprogramm. Und während der Eberhofer dem Täter auf der Spur ist, können sich Fans in der bekannten Metzgerei Simmerl von Andreas Stadler aus Buch am Erlbach zum Beispiel eine „Leberkassemme mit Senfherzl to go“ holen.