03.08.2026

„Barrieren abbauen, Chancen nutzen“

Erste gemeinsame Sitzung der Außenwirtschaftsgremien von IHK und WKO

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Bayern und Österreich sind durch vielfältige Wirtschaftsbeziehungen eng miteinander verbunden. Allein das gemeinsame Außenhandelsvolumen beträgt über 36 Milliarden Euro pro Jahr, wobei sich die Werte der jeweiligen Ein- und Ausfuhren nahezu ausgleichen. Für die unmittelbaren Nachbarregionen Niederbayern und Oberösterreich sind der Austausch und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit besonders wichtig. Um das zu fördern und auszubauen, sind die Unternehmer in den Außenwirtschaftsgremien von IHK Niederbayern und Wirtschaftskammer Oberösterreich (WKO) nun erstmals zu einer gemeinsamen Sitzung zusammengekommen. Bei den Gesprächen in Passau wurde deutlich: Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist ein funktionierender europäischer Binnenmarkt ein Erfolgsfaktor für die Außenwirtschaft. „Europa ist unser Fundament. Und dafür wollen wir auch eintreten. Deswegen muss der europäische Markt einfacher, digitaler und wettbewerbsfähiger werden. Barrieren abbauen und Chancen nutzen – das ist dafür das Motto“, sagte bei der Sitzung Dr. Max Frank, der Vorsitzende des Fachausschusses Außenwirtschaft der IHK. Sein Pendant Andreas Neuhauser, Obmann des Landesgremiums Oberösterreich des Außenhandels der WKO, betonte ebenfalls die Bedeutung eines wettbewerbsfähigen Europas: „Unsere Unternehmen brauchen keine zusätzlichen Hürden, sondern bessere Rahmenbedingungen. Weniger Bürokratie und ein funktionierender Binnenmarkt sind entscheidend, damit unsere Betriebe auch künftig im internationalen Wettbewerb bestehen können.“

Forderung der beiden Kammern: Europäische Regeln und Vorgaben sollten in beiden Nachbarländern einheitlich umgesetzt

Die Unternehmer in den beiden Gremien erarbeiteten dazu konkrete Vorschläge. Diskutiert wurden beispielsweise eine praxisorientierte Umsetzung der europäischen Verpackungsverordnung, Vereinfachungen bei der Entsendung von Arbeitnehmern über die Grenze oder digitale Meldeverfahren für kurzfristige Arbeitseinsätze. Europäische Regeln und Vorgaben sollten in beiden Nachbarländern einheitlich umgesetzt und auf nationale Zusatzanforderungen sollte verzichtet werden. Und wo es solche Vorgaben gibt, etwa beim Grenzverkehr von Menschen, Waren und Dienstleistungen, sollten diese nicht nur regelmäßig auf ihre Praxistauglichkeit geprüft, sondern vor allem so umgesetzt werden, dass sie für die Unternehmen handhabbar bleiben.

Günf Impulse für einen starken Wirtschaftsraum Niederbayern-Oberösterreich

Diese und viele weitere Punkte haben die beiden Außenwirtschaftsgremien aufbereitet und als „Fünf Impulse für einen starken Wirtschaftsraum Niederbayern-Oberösterreich“ zusammengefasst. Die beiden Nachbarregionen sind mit solchen Forderungen allerdings nicht allein: Als Mitglied im Außenwirtschaftsausschuss der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) konnte Dr. Frank auf entsprechende Forderungen und auch Lösungen der DIHK verweisen, die genauso für andere europäische Grenzregionen von Bedeutung sind. Das gemeinsame Ziel, bekräftigten die österreichischen wie niederbayerischen Unternehmensvertreter bei der Sitzung in Passau, sei ein verlässlicher und einheitlicher Rahmen für das Arbeiten und Wirtschaften dies- und jenseits der Grenze. Davon würden nicht nur Unternehmen und Menschen in der Grenzregion profitieren – Niederbayern-Oberösterreich könne somit als gemeinsamer Wirtschafts- und Lebensraum weiterentwickelt werden.

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Sascha Cavalieri

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