Stromsteuer ist nicht der einzige Kostentreiber
Doch die Stromsteuer ist bei weitem nicht der einzige Kostentreiber, betont Schreiner: „Nachdem der Ausbau der Stromnetze lange vernachlässigt wurde, muss hier im Zuge der Energiewende massiv investiert werden – finanziert über immer weiter steigenden Netzentgelte. Nächstes Jahr soll ein Zuschuss des Bundes für die Netzentgelte deutlich gekürzt werden und mittelfristig drohen mit einer anstehenden Reform der Kalkulation der Netzentgelte weitere Belastungen. Diese Reformpläne betreffen besonders den produzierenden Mittelstand im ländlichen Raum und damit den Kern der niederbayerischen Wirtschaft.“
Die hohen Energiekosten stellen damit den Fortschritt der Energiewende insgesamt zunehmend in Frage. Nur noch rund die Hälfte der befragten Unternehmen kann an dem Ziel festhalten, sich bis 2045 klimaneutral aufzustellen. Das ist ein erheblicher Rückgang gegenüber der Umfrage aus dem Vorjahr: 2025 hatten noch gut 80 Prozent der Unternehmen diese Zielmarke angestrebt. 70 Prozent der bayerischen Betriebe sehen zudem die Bürokratie als Hindernis für ihre Bemühungen für mehr Klimaschutz. „Damit die Unternehmen in die Energiewende investieren und sie voranbringen können, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Wirtschaftlichkeit, Technologieoffenheit und ein schnelleres Entscheidungstempo sind dafür aus Sicht der Betriebe die entscheidenden Faktoren. Bei allen drei Punkten muss massiv nachgebessert werden“, bekräftigt Schreiner.