Wirtschaftsstandort Dingolfing-Landau: Gute Noten und klare Forderungen

IHK-Gremium diskutiert mit Landrat über Standortzufriedenheitsumfrage

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Die Mitglieder des IHK-Gremiums Dingolfing-Landau um ihren Vorsitzenden Max-Georg Graf von Arco auf Valley (vorne 8.v.l.) und IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner (l.) diskutierten mit Landrat Werner Bumeder (vorne 7. v.l.) über die neue Standortzufriedenheitsumfrage der IHK.

Infrastruktur, Energieversorgung, die Zusammenarbeit mit der Verwaltung oder die Verfügbarkeit von Arbeitskräften – solche und weitere Faktoren bestimmen, wie Unternehmen ihren Standort bewerten und ob sie hier weiter investieren wollen. Wie sich das im Landkreis Dingolfing-Landau darstellt, hat die IHK Niederbayern die regionalen Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen vor Kurzem gefragt. Die Ergebnisse dieser Standortzufriedenheitsanalyse hat das IHK-Gremium Dingolfing-Landau nun erstmals mit Landrat Werner Bumeder diskutiert, bei einer gemeinsamen Sitzung im Landratsamt in Dingolfing.

Mit der Gesamtnote 2,3 bewerten die Unternehmer ihren Standort überwiegend gut. Damit liegt Dingolfing-Landau etwa im Durchschnitt des IHK-Bezirks Niederbayern. Allerdings würden mit 64 Prozent nur knapp zwei Drittel der Unternehmen im Landkreis ihren Standort anderen Betrieben empfehlen – im Niederbayernschnitt ist dieser Wert mit 73 Prozent höher. „Insgesamt können wir von einer positiven und stabilen Entwicklung der Wirtschaft im Landkreis ausgehen. Mit 63 Prozent planen laut Umfrage die meisten Unternehmen keine wesentliche Veränderung ihrer Geschäftstätigkeit vor Ort. 18 Prozent wollen im gleichen Zeitraum investieren oder ihren Betrieb erweitern“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner bei der Vorstellung der Ergebnisse im Gremium. Er wies auf den Handlungsbedarf hin, den die Betriebe am Standort Dingolfing-Landau sehen. Verbesserungen erwarten sich die Unternehmen etwa bei der Innenstadtattraktivität, ein Punkt ist auch die Schienenanbindung im Güterverkehr. Vor allem aber fordern sie von den Behörden und der Verwaltung im Landkreis schnellere Genehmigungsverfahren, weniger Bürokratie und mehr Digitalisierung.

Landrat Bumeder griff diese Forderungen auf und stellte sich der Diskussion mit den Unternehmern. „Ich nehme das sehr ernst. Auch ich würde mir bei der Digitalisierung schnellere Prozesse und mehr Service wünschen“, betonte der Landrat und versicherte, dass die weitere Digitalisierung in seinem Amt hohe Priorität habe. Um Verfahren aber nicht nur zu digitalisieren, sondern vor allem schneller und unbürokratischer zu gestalten, brauche es allerdings den Mut, bestehende Regeln infrage zu stellen. „Wenn wir uns nichts trauen, geht nichts weiter“, bekräftigte der Landrat und nannte als ein Beispiel die vielfältigen Klagemöglichkeiten, die etwa Genehmigungsverfahren im Straßenbau oder beim Ausbau der Erneuerbaren Energien erheblich verzögern könnten. Bei den Unternehmern im Gremium erntete Bumeder dafür breite Zustimmung. Sie forderten eine „Priorisierung für die Wirtschaft“ in Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Eine Besonderheit der Standortzufriedenheitsumfrage für Dingolfing-Landau zeigt sich bei der Verfügbarkeit von Auszubildenden sowie beruflich qualifizierten Fachkräften: In beiden Kategorien sind die Bewertungen der Unternehmer im Landkreis schlechter als der niederbayerische Durchschnitt. Auf der Suche nach den Gründen dafür kamen die Unternehmer unter anderem auf die Hochschulbildung mit Einrichtungen wie dem Campus Dingolfing zu sprechen. Nach Ansicht des Gremiums müsse sich das Studienangebot besser an den Anforderungen der Wirtschaft ausrichten. „Wir brauchen diejenigen, die hierbleiben, die anpacken und in unseren Betrieben etwas umsetzen“, formulierte es der Vorsitzende des Gremiums, IHK-Vizepräsident Max-Georg Graf von Arco auf Valley. Verbesserungen seien etwa durch eine stärkere Gewichtung deutschsprachiger Studiengänge und eine stärkere Ausrichtung auf aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen möglich – von Cybersicherheit über Transformation bis zu den betriebswirtschaftlichen Grundlagen.